12. Sonntag im Jahreskreis | 22. Juni 2025
Meditation

Foto: Neuhold

Facetten des Friedens

Im langen Gang des Diözesanmuseums, wo die Ausstellung „Hoffnung Frieden“ beginnt, werden traurige Bilder gezeigt – Bilder, die zeigen, was geschieht, wenn der Friede fehlt: Krieg, Folter, Diskriminierung und Zerstörung. Der Friede scheint hier weit entfernt. Die ausgestellten Objekte zeigen seine zerstörerischen Gegenspieler. Ein zertretenes Brot – ein Kunstwerk von Ruth Lackner. Essen, das manchen fehlt, während es andernorts im Überfluss vorhanden ist und mit Füßen getreten wird.
Eine Reliefgruppe zeigt den Verrat des Judas – ein schwerer Vertrauensbruch.
BesucherInnen vor mir haben auf Klebezetteln an einer Glaswand ergänzt: „Fehlender Friede ist für mich … Schmerz. Nicht zur Ruhe kommen. Kaum vorstellbar.“ Und so weiter.
Durch einen dünnen Vorhang betrete ich einen anderen Teil des Ganges. Hier kommt man zum Frieden: zum inneren Frieden, zum göttlichen Frieden … Dass es so viele Arten von Frieden gibt, habe ich gar nicht gewusst. Der norwegische Pionier der Friedensforschung Johan Galtung unterschied zwischen negativem und positivem Frieden.
Negativer Frieden sei die Abwesenheit von Krieg und Gewalt, positiver Frieden dagegen dauerhaft und nachhaltig.
Dann folgen Friedenssymbole, wie die Taube und der Kranich, auch Zeichen aus Judentum, Christentum, Islam und Buddhismus sind ausgestellt.
Weiter geht es in einen größeren Raum. Die zentrale Frage: „Was braucht man für Frieden?“ Kunstwerke geben Antwort: Tugenden wie Glaube, Liebe, Mäßigung – und Hoffnung. Sie gilt hier als „biblische Tugend der Zukunft“. Aus ihr wachsen Lebensmut, Optimismus und Veränderungsbereitschaft – Kräfte, die Frieden fördern. Eine Leinwand aus dem 18. Jahrhundert bringt sie ins Bild: Hoffnung auf den guten Hirten, der begleitet – bis ins Paradies.
Die Skulptur „PeaceCircles“ (Bild oben) der Künstlerin Sabine Pelzmann zeigt Frieden als Kreislauf. Fragil, aufgebrochen – und doch erreichbar, wenn sich die Perspektive ändert und aus zwei losen Enden ein Herz entsteht.

Maria Wilbrink

◉ Diözesanmusem Graz: Ausstellung „Hoffnung Frieden“, bis 11. Jänner 2026. Bürgergasse 2. 

Ausstellung; Di.–Fr., 9–17 Uhr; Sa., So., Feiertag, 11–17 Uhr; Gruppen n. V.  Tel. 0316/8041 890, dioezesanmuseum@graz-seckau.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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