5. Sonntag im Jahreskreis | 7. Februar 2021
Meditation

Die doppelte Optik
Zwei Fotoapparate kamen bei einer Veranstaltung in einer Garderobe nebeneinander zu liegen. Weil es länger dauerte, fingen sie an, ihre Aufnahmen auszutauschen. Die Bilder des einen Apparates waren scharf, bunt, farbig, die des anderen unscharf und blass. Auf die Frage des letzteren, ob der andere ein Zusatzgerät habe, weil seine Fotos so schön seien, antwortete dieser: Nein. Merke dir: Es kommt immer auf die richtige Einstellung an, und dabei sind das Licht und die Entfernung entscheidend. –
Mit dem Licht ist die grundsätzlich wohlwollende Sicht der Menschen und Dinge gemeint. Und bei der Distanz sollten wir einerseits mit der Linse des Herzens eine Nahaufnahme der anderen Menschen machen. Wenn wir ihre Lebensgeschichte erfahren oder bedenken, dann können wir sie viel besser verstehen oder akzeptieren. Und andererseits ist es gut, auch Weitwinkel- oder Großaufnahmen zu machen. Wenn man weiß, welchen sozialen Hintergrund sie haben, verändert sich auch das Bild von ihnen.
Diese doppelte Optik können und sollen wir auch bei uns selbst anwenden: die naheliegenden Dinge sehen und zudem das große Ganze in meinem Leben. Beides fördert die Haltung der Dankbarkeit. –
Die Glücksforscher sprechen von dreierlei Glück: Erstens das Zufallsglück, wenn etwas (noch) gutgegangen ist, sich zufällig gut ergeben oder gefügt hat, wir vor einem Schaden bewahrt worden sind.
Zweitens das Wohlfühlglück: Dazu gehört alles, was uns an Leib und Seele wohltut: ein schöner Urlaub, eine Wellnesswoche, eine bereichernde Reise, ein gutes Essen, eine wunderschöne Musik, das warme Haus und Bett, die Gegenwart eines geliebten Menschen. Diese Dinge und Situationen bewusst zu genießen ist ein großes Geschenk. Wir können das noch intensivieren, wenn wir uns daran erinnern und diesen Dank auch sagen, bestimmten Menschen oder letztlich Gott.
Drittens das Glück der Fülle: Dieses er-wächst aus der Einsicht, dass zum Leben auch die schweren Stunden, Verletzungen, Krankheiten, Enttäuschungen dazugehören, aber genauso doch viel, viel Gutes, das nicht selbstverständlich ist. Ich bin immer wieder beeindruckt von Menschen, die in ihrem Leben Schweres durchgemacht haben, die aber auch das Positive sehen und als Gesamtbilanz sagen können: „Mir geht es gut, ich bin zufrieden und dankbar.“

Aus: Elmar simma, damit sich alles gut fügt, Tyrolia

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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