Pfingsten | 24. Mai 2026
Liebessprache Gottes

Foto: pexels

Meine Liebessprache sind eindeutig Geschenke. Komplimente bekomme ich gerne und ich weiß Hilfsbereitschaft sehr zu schätzen, aber wer mir zeigen möchte, dass er mich gernhat, punktet bei mir mit Geschenken. Vielleicht mag ich Pfingsten deshalb so. Es ist im Grunde das Fest der ultimativen Liebessprache Gottes. Nach Weihnachten setzt Pfingsten noch einen drauf: Gott schenkt nicht nur seinen Sohn, sondern auch seinen Geist.
„Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apg 2,38)

Die Menschen hatten Gottes Sohn ermordet – und nun bietet Gott ihnen seinen Geist an. Sie hatten die zweite Person der Trinität gekreuzigt – und er schenkte ihnen die dritte. Sie hatten Gottes Sohn aus dem Weinberg geworfen, in der Hoffnung, selbst den Weinberg zu besitzen. Nun lädt Gott sie ein, Gottes Geist nicht nur in ihren Weinberg aufzunehmen, sondern in ihre Herzen, damit sie ewiges Leben haben: die Anzahlung und Garantie eines unendlichen und unvergänglichen Erbes.

Und Gott bietet diese Gabe universell an: „Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch.“ (Joel 3,1) Im Alten Testament war der Heilige Geist auf einzelne Menschen gekommen, um sie zu mächtigen Taten, besonderen Gaben oder prophetischen Worten zu befähigen. Aber da waren es immer nur wenige Auserwählte. Nun wird der Heilige Geist unterschiedslos allen Menschen angeboten: Männern und Frauen, Jungen und Alten.
Was dieses Geschenk kann? Der Geist bestätigt unsere Identität in Gott (vgl. Römer 8,16). Die Auswirkungen – die „Früchte“ – des Geistes sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22f). Er verändert also unseren Charakter und lässt gute Früchte wachsen. Der Geist hilft unserer Schwachheit und stärkt uns, wenn wir nicht weiterwissen (Röm 8,26). Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (vgl. 2. Tim 1,7) – um nur ein paar Dinge zu nennen. Ist das nicht ein krasses Geschenk?

Maria Wilbrink

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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