4. Sonntag der Osterzeit | 11. Mai 2025
Kommentar
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Riechen und hören
Über den Hirtendienst in der Kirche wird in diesen Tagen viel nachgedacht und gesprochen. In unserer Diözese ist er durch die Bischofsweihe zum Thema geworden, weltweit wird die Wahl des neuen Papstes mit viel Interesse und Spannung verfolgt. Dabei steht auch das Aufgabenprofil für ein solches Leitungsamt im Fokus: Welche Eigenschaften und Fähigkeiten muss jemand dafür mitbringen? Welche Akzente wird er setzen und welche Impulse kann er der Kirche geben?
Das biblische Leitbild für kirchliche Führungskräfte ist das des Hirten, wobei das häufig verwendete Wort „Oberhirt“ missverständlich ist. Denn der Hirt steht nicht über den Schafen, er bewegt sich inmitten seiner Herde. Die einprägsame Mahnung von Papst Franziskus, dass den Hirten der Geruch der Schafe anhaften müsse, ist legendär.
Jesus bezieht sich nicht auf den Geruch, sondern auf das Gehör. Doch Gehorsam und Gefolgschaft entspringen für ihn keiner eindirektionalen hierarchischen Befehlskette, sondern einem tiefen Vertrauensverhältnis. Weil die Schafe spüren, dass der Hirt das Leben mit ihnen teilt, dass er sie kennt, um ihre Eigenheiten, Bedürfnisse und Fähigkeiten weiß und dass er ihr Bestes will, deshalb folgen sie ihm. So kann sich Leben entfalten.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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