5. Sonntag der Fastenzeit - 6. April 2025
Kommentar
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Was hilft zum Leben?
In der Frage des Ehebruchs vertritt Jesus eine rigorose Haltung. Nicht erst ein Akt der Untreue ist verwerflich, sondern bereits ein Gedanke daran oder eine Gemütsregung. Da ist hohe Wachsamkeit gegenüber den eigenen Empfindungen angebracht. Die Schriftgelehrten, die mit der Ehebrecherin zu Jesus kommen, dürften wohl angenommen haben, dass sie in ihm einen Unterstützer ihrer Forderung finden würden.
Doch da haben sie sich gründlich verspekuliert. Mit einem einzigen Satz entwaffnet Jesus die hitzigen Ankläger und macht deutlich: Strenge ist gut, wenn man sie bei sich selbst anwendet. Es ist ein Gebot der Psychohygiene, einen schonungslos ehrlichen Blick in die eigenen Innenwelten zu pflegen. Welche Gedanken, Fantasien und Motive treiben in meiner Seele ihr Wesen oder Unwesen? Wo sind eigene dunkle Flecken, Versuchungen und Fallstricke? Was ich an anderen ablehne oder verurteile, ist ja meistens genau das, womit ich selbst kämpfe, was ich an mir nicht annehmen oder mir nicht eingestehen kann.
Bei anderen sucht Jesus danach, was ihnen hilft, ein besseres Leben zu finden, sich aus Unheilsverstrickungen zu befreien. Verurteilung hilft dazu nicht.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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