2. Adventsonntag | 07.12.2025
Kommentar - Bibel und Leben
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Wo Hoffnung keimt
Das Heilige Jahr, das uns darin bestärkt hat, unser gemeinsames Unterwegssein inmitten der Menschheitsfamilie als Pilgerschaft der Hoffnung zu gestalten, neigt sich dem Ende zu. Wir durchschreiten dabei den Advent, in dem uns Hoffnung entgegenleuchtet vom Kommen des Erlösers.
So wird er vom Propheten Jesaja angekündigt: Er urteilt nicht nach Äußerlichkeiten und nach dem Gerede, sondern so, wie es dem Menschen in seinen Bedürfnissen und seiner Würde gerecht wird. Er schlägt sich nicht auf die Seite der Mächtigen, sondern nennt Gewalt und Unrecht beim Namen und steht den Entrechteten bei.
Erlösung geschieht, wo Gegensätzliches versöhnt wird und das Böse nicht am längeren Ast sitzt. So wächst wirklicher Friede. Er wurzelt dort, wo wir in uns selbst die „wilden Tiere“ zähmen – die brüllenden Löwen und die geschmeidigen Panther, die giftigen Nattern und die heulenden Wölfe –, wo wir all die dunklen, Angst machenden Anteile in der Tiefe unserer Seele integrieren und uns mit ihnen aussöhnen.
Auch Johannes der Täufer ruft polternd dazu auf. Aus diesen Wurzeln kann etwas Neues wachsen, der neue und erlöste Mensch, wie er in dem Menschen auf uns zukommt, dessen Ankunft wir gerade erwarten.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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