Künstliche Intelligenz erklärt | Teil 1
Künstliche Intelligenz
- KI denkt nicht selbst. Sie hat keine Gefühle, keine Meinung und kein Bewusstsein. Sie ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug kann sie hilfreich sein, wenn man sie richtig einsetzt.
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Katrin Leinfellner erklärt, warum Künstliche Intelligenz (kurz KI) weder Wundermaschine noch Bedrohung ist – sondern Werkzeug.
Welche Mythen zu Künstlicher Intelligenz begegnen dir am häufigsten?
Katrin Leinfellner: Ich höre häufig, dass die KI „böse“ ist und die Weltherrschaft übernehmen wird. Hinter Künstlicher Intelligenz stehen immer Menschen und deren Interessen. Solange wir Menschen das Denken nicht verlernen und KI kontrollieren können und wollen(!), kann alles gut sein – die wachsende epistemische Faulheit darf aber nicht unterschätzt werden! Gerade deshalb ist Wissen über KI so wichtig.
Wofür verwendest du KI am liebsten?
Leinfellner: Allgemeine KI-Bots nutze ich für die Analyse von Texten, Erstellung von Tabellen, Rechtschreibprüfung, Suche nach Alternativformulierungen, zur Erstellung von HTML-Codes usw. Daneben nutze ich auch Spezialtools (Sprache zu Text, Bildbearbeitungstools etc.), die KI eingebaut haben. Generative Anwendungen wie Bild- und Texterstellung nutze ich wenig.
Welche „Eigenschaft“ von KI weißt du am meisten zu schätzen? Welche nervt dich?
Leinfellner: Ich finde es gut, dass KI gut strukturierte Antworten liefert und den Möglichkeitsraum erweitert. Wenn Bots nicht zugeben, dass sie etwas nicht wissen oder können, sondern stattdessen Blödsinn verzapfen, nervt mich das – genauso wie bei Menschen übrigens.
Kannst du unterschiedliche Verhaltensweisen von Menschen in Bezug auf KI beschreiben? Und mit welcher Einstellung sollte man deiner Meinung nach am besten rangehen?
Leinfellner: Viele Menschen sehen die KI als „magisches Wunder“ und personifizieren sie, weil sie nicht wissen, wie sie funktioniert. Das finde ich genauso bedenklich, wie alles nur schlecht zu finden. Es stört mich, wenn die kritische Auseinandersetzung – in beide Richtungen – fehlt. Sorgen mache ich mir über den Wandel der Ästhetik: Man lässt die KI einfach machen und vergisst alle Ansprüche, die man als Mensch haben sollte. Dass es Menschen gibt, die sich in KI-Bots verlieben, lässt mich ratlos zurück. Für mich ist KI ein Werkzeug wie z. B. eine Schaufel. Wenn ich auf komplexe oder arbeitsintensive Aufgaben stoße, überlege ich mir, was mir helfen könnte: Manchmal ist es ein anderer Mensch, manchmal eine Schaufel, manchmal die KI.
Interview: Maria Wilbrink
Hintergrund
Ein Werkzeug
Die Rechtschreibprüfung verbessert Wörter, ohne dass wir darum bitten, das Navi schlägt eine neue Route vor, bevor wir den Stau bemerken, und das Hörgerät dämpft automatisch Hintergrundlärm. Wie macht die Technik das? Die Antwort heißt: Künstliche Intelligenz.
Künstliche Intelligenz (KI) bedeutet, dass Computer aus vielen Beispielen lernen. So, wie wir aus Erfahrung lernen: Wenn wir oft genug sehen, wie man eine Straße überquert, wissen wir irgendwann automatisch, worauf wir achten müssen. Computer bekommen dafür sehr viele Informationen und Beispiele, erkennen Muster und lösen Aufgaben dadurch besser. Das nennt man „maschinelles Lernen“.
Wichtig ist: KI denkt nicht selbst. Sie hat keine Gefühle, keine Meinung und kein Bewusstsein. Sie ist ein Werkzeug – nicht mehr und nicht weniger. Und wie jedes Werkzeug kann sie nur das, wofür Menschen sie gebaut und trainiert haben.
Eine große Rolle spielen dabei sogenannte Algorithmen. Das sind Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen, nach denen ein Computer arbeitet – wie ein Kochrezept: Erst dies, dann das, und am Ende entsteht ein Ergebnis. Algorithmen helfen, Informationen zu sortieren, zu vergleichen und Entscheidungen vorzubereiten – und das in Sekunden.
In den nächsten Wochen schauen wir im Rahmen dieser Serie genauer hin: Wo uns KI im Alltag begegnet, wie sie funktioniert, was die Kirche dazu sagt und was in Zukunft auf uns zukommt.
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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