19. Sonntag im Jahreskreis | 8. August 2021
Eine Minute für das (eine) Leben

Gedanken zur 1. Lesung (1 Kön 19,4-8) am 19. Sonntag im Jahreskreis von Lieselotte Riedl-Haidenthaler;
Seelsorgeraum Leibnitzer Feld, Pfarre Leibnitz

Manchmal geht es uns vielleicht wie Elija, einem der großen Propheten Israels, von dem wir heute in der Lesung hören. Manchmal geht einfach alles schief, beruflich und privat. Wir haben alles gegeben, in Zeiten wie diesen unser Möglichstes getan. Wir haben wie Don Quichote gegen Windmühlenflügel gekämpft und auch Fehler gemacht, vielleicht sogar schwerwiegende. Wir haben das Gefühl: wir stehen ganz allein, wir können nicht mehr. Wie Elija finden wir uns in der Wüste unseres Lebens und wünschen uns nur noch: lass es genug sein, Herr. Das Einzige, was uns bleibt, ist ein armseliger Ginsterstrauch.

Gott schickt dem Elija seinen Engel. Ob Elija ihn erkannt hat, wissen wir nicht. Mit Brot und Wasser stärkt er ihn für den weiteren Weg. Denn es geht weiter. Auch wenn wir und Elija es vielleicht gar nicht wollen. Viel braucht es dafür nicht und Elija wächst über sich hinaus. Gott holt ihn nicht aus der Wüste, aber er gibt ihm Kraft zum Weitergehen. 40 Tage: eine lange Zeit, ein weiter Weg. Am Ende dieses Weges wird Elija mit einer unglaublichen Gottesbegegnung belohnt werden, die alle seine Bilder über Gott zertrümmern und alles Sagbare übersteigen wird. Aber so weit ist Elija jetzt noch nicht.

Wir sind auf dem Weg, manchmal auch durch die Wüste. Gott und sein Engel begegnen uns. Erkennen wir ihn? An jedem Sonntag stärkt Er uns mit einem Stück Brot, in dem Er uns selbst nahekommt, das zu Ihm wird. Gehen wir weiter, denn Gott hat noch Unglaubliches mit uns vor!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Lieselotte Riedl-Haidenthaller
Seelsorgeraum Leibnitzer Feld, Pfarre Leibnitz

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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