Wo i geh und steh 2022 | Teil 5
Wunder Baum

Wie ein Baum in der Erde, so sollt ihr in Christus fest verwurzelt bleiben, und nur er soll das Fundament eures Lebens sein.
Kolosserbrief 2,7

An einen Baum

Baum, mein stiller Freund,
stehst da, seit ich denken kann,
immer schon – scheinbar unbewegt.

Gibst Schatten, Schutz, Blüten,
Früchte, Holz, frische Luft –
unbemerkt – lässt leben.

Wächst zum Himmel hin, geradlinig,
unbeirrt zum Licht, nach oben.
Bist mein Vorbild, Baum!

Impuls

Noch lange bevor das Waldbaden modern wurde, war es mir bei Spaziergängen oft ein Bedürfnis, dicke Bäume zu umarmen. Was ist so faszinierend an einem hohen, dicken Stamm, der sich irgendwo da oben verzweigt, seine Nadeln oder Blätter entfaltet und zu einem Dach wird?

Zuerst die Geradlinigkeit, mit der ein Baum dem Himmel entgegenstrebt. Allein das ist Vorbild genug: Der Baum weiß, wo er hinwill, sein Ziel heißt Himmel. Diese Zielstrebigkeit lerne ich von Bäumen.
Biblisch ist der Baum – beginnend im Paradies – Symbol für das Leben. An einer Quelle oder am Fluss gepflanzt, gedeiht er, will heißen: Schau, dass du verbunden lebst mit der Quelle, mit Gott, so gedeiht auch der Mensch am besten. Bäume wurzeln tief, um
den Wettern trotzen zu können: Gut verwurzelt im Leben kann
ich mich nach oben entfalten, kann Lebensraum für andere werden, wo man sich wohlfühlt, rasten kann und Futter findet … wie die Vögel, Käfer, Insekten aller Art in den Bäumen.
Und übrigens: Meine 81-jährige, alleinstehende Nachbarin hat vor zwei Monaten plötzlich mitten im Vorgarten ein Apfelbäumchen gepflanzt: Welch ein Hoffnungssymbol!

konkret: Geradlinig sein

  • Beobachte, ertaste, berühre verschiedene Bäume, suche dir deinen Lieblingsbaum aus! Mit welchem Baum hast du eine persönliche Geschichte?
  • Blick nach oben: Wo möchte ich geradliniger werden?
  • Gott danken für den Wald, diese vielfältige Ressource, der unsere Landschaft prägt, und für alle, die ihn pflegen.

Marlies Prettenthaler-Heckel
ist Mutter von vier Kindern und Fachreferentin für Glaube & Verkündigung im Fachbereich Pastoral & Theologie.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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