Steirische Missionare | Sr. Brigitta Raith | Teil 14
Wenn Berufung „packt“

Gelebte Gemeinschaft hat Sr. Brigitta (ganz links) von Anfang an im Kongo erfahren – hier mit der Lebensgruppe der MC in Yemo.
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  • Gelebte Gemeinschaft hat Sr. Brigitta (ganz links) von Anfang an im Kongo erfahren – hier mit der Lebensgruppe der MC in Yemo.
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Mission hat mit Offenheit und Lernbereitschaft zu tun, in der Steiermark genauso wie im Kongo“, davon ist Sr. Brigitta Raith von den Missionarinnen Christi überzeugt. „Als Jugendliche war ich allergisch gegen ‚Mission‘“, erinnert sich Sr. Brigitta. Inzwischen ist sie seit über 30 Jahren bei der Gemeinschaft der Missionarinnen Christi. Dort begann sie zu verstehen, dass Mission überall ist, nicht nur in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Mission beginnt in meinem Umfeld. Es bedeutet, das Evangelium dort, wo ich bin, so zu leben, dass es Beziehung ermöglicht.“

Aufgewachsen in „traditionell katholischer Umgebung“ mit elf Geschwistern in einer Bauernfamilie in Fladnitz an der Teichalm praktizierte sie den Glauben von Kindesbeinen an, „so wie es eben üblich war“. Bei einem Bildungskurs für Jugendliche im Bildungshaus Mariatrost lernte sie Jesus, die Bibel und die Kirche neu kennen und verstand, dass der christliche Glaube mit einem Einsatz für eine bessere Welt zu tun hat: „Meine Berufung zum Ordensleben liegt dort begründet, auch wenn ich damals noch überhaupt nicht daran dachte.“ Denn in jungen Jahren waren Brigitta Raiths Vorstellungen ihrer Zukunft klar: Sie wollte Ehefrau und Mutter sein. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus der Vorauer Marienschwestern hatte es sie jedoch „irgendwie gepackt“: „Da habe ich einen Anruf in meinem Herzen gespürt.“ Aber ihre erste Reaktion war totale Abwehr.

Nach über zwei Jahren des Ringens wurde ihre Entscheidung für das Ordensleben 1987 konkret. Bei einem Besuch des MC-Generalates in München spürte sie, dass sie „hier hingehörte“. Sr. Brigitta betont, dass der Weg trotzdem nicht glatt und einfach war. Immer wieder stand sie an Wegkreuzungen, wo es galt, die Entscheidung neu zu prüfen, aber sie hält fest: „Ich bin aus jeder Krise gestärkt und tiefer verwurzelt hervorgegangen.“

Verwurzelt fühlt sie sich auch im Kongo. Für Afrika hatte sie schon im Jugendalter großes Interesse, und es flammte wieder auf, als sie im Noviziat von der Arbeit der Missionarinnen Christi im Kongo (damals Zaire) hörte. An ihrem 32. Geburtstag reiste Sr. Brigitta erstmals nach Zaire. Zuerst lebte und arbeitete sie in der Hauptstadt Kinshasa, später auch in der ländlichen Diözese Bokungu-Ikela. Um dorthin zu gelangen, fliege man „stundenlang über Urwald, die Dörfer erscheinen wie kleine Inseln, dem dichten Regenwald abgerungen“. Viele hatten sie daher vorab auf einen Kulturschock vorbereitet, doch es kam anders: „Ich fühlte mich sofort daheim. Die totale Abgeschiedenheit, kein Strom, kein TV, kein Café … Das alles machte mir kein Problem.“ Vielmehr erinnerte es Sr. Brigitta an ihre Kindheit auf dem Bauernhof in den bewaldeten Bergen außerhalb von Fladnitz. Ein prägender erster Eindruck des Landes war das gemeinschaftliche Zusammenleben in der ländlichen Gegend: „Jede/r kennt jede/n, man zeigt Interesse am anderen, und wenn man jemandem begegnet, ist die erste Frage: ‚Ozali malamu?‘ (Geht es dir gut?) oder: ‚Nsango nini?‘ (Was gibt es Neues?) oder: ‚Outi wapi? Okei wapi?‘ (Woher kommst du? Wohin gehst du?).“

Die einheimische Sprache Lingala lernte Sr. Brigitta für ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und in der Pfarre. Später studierte sie in Kinshasa am Institut für Afrikanische Spiritualität: „Es hat mir geholfen, mich tiefer in die afrikanischen Kulturen, in die Geschichte von Kirche und Gesellschaft einzuwurzeln.“ In den letzten neun Jahren hatte Sr. Brigitta die Leitung der Region Afrika inne. Diese konnte sie heuer an Sr. Edith Miti Manika übergeben und damit „auf jüngere, noch kräftigere und afrikanische Schultern legen“, worüber sie persönlich sehr glücklich ist. Nun wartet sie auf ihre neue Aufgabe in Afrika.

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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