Seelsorgeräume vorgestellt
Verbunden, nicht einheitlich

Mitten im Einkaufszentrum ELI in Liezen hat der Hoffnungsbaum PassantInnen dazu eingeladen, ein Blatt mit einem hoffnungsvollen Bibelvers zu pflücken und ins Gespräch zu kommen. | Foto: SR
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  • Mitten im Einkaufszentrum ELI in Liezen hat der Hoffnungsbaum PassantInnen dazu eingeladen, ein Blatt mit einem hoffnungsvollen Bibelvers zu pflücken und ins Gespräch zu kommen.
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Im Seelsorgeraum Mittleres Ennstal/Paltental will man warmherzig und mutig eine Kirche sein, die Heimat schenkt und aufmerksam dafür ist, was Gott wachsen lässt.

Ihr SR-Raum aus der Luft betrachtet: Was sticht sofort ins Auge?
Adrian Aileni, SL: Der Blick fällt zuerst unweigerlich auf den Grimming, der wie ein stiller Wächter über unseren Gemeinden steht. Rund um ihn liegen Dörfer, Täler und Menschen, die auf den ersten Blick sehr verschieden sind. Doch je länger man hinsieht, desto deutlicher wird: hier gehört alles zusammen.

Unsere Pfarren sind wie Orte unterschiedlicher Melodien: manche leise und bergnah, andere lebendig und städtisch, und doch ergeben sie gemeinsam einen Klang. Man spürt die Verwurzelung in der Tradition und zugleich die Offenheit, Neues zu wagen. Bauernhof und Schule, Kloster und Stadtzentrum, Tourismus und stille Orte der Einkehr: alles fließt ineinander, wie die beiden Flüsse in unserem Logo, die schließlich zu einer einzigen Bewegung werden.

Was ins Auge sticht, ist ein Raum, der nicht durch Einheitlichkeit stark ist, sondern durch Verbundenheit. Ein Raum, in dem Menschen aus unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten miteinander Glauben teilen: bodenständig, herzlich, offen, und getragen von der Überzeugung: Wir sind gemeinsam Kirche, und jeder Ort ist ein Geschenk für das Ganze.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte in eurem SR und wie wurden sie gefunden?
Aileni: Die Schwerpunkte unseres Seelsorgeraumes sind gewachsen wie ein Weg, den man gemeinsam geht. Sie wurden nicht beschlossen, sondern entdeckt im Zuhören, im Erzählen, im Wahrnehmen der Hoffnungen und Sorgen, die Menschen in unseren Pfarren bewegen. Aus Gesprächen in Pfarrsälen und Küchen, aus Rückmeldungen bei der Bischofsvisitation, aus dem täglichen Miteinander formte sich ein gemeinsames Gespür dafür, was heute wirklich zählt.

Da zeigte sich: Nächstenliebe braucht Strukturen; Kinder und Jugendliche brauchen Begleiterinnen und Begleiter; Liturgie muss Herzen erreichen; Spiritualität sucht neue Räume; und das Ehrenamt braucht Schutz und Wertschätzung. Und ebenso wurde deutlich, dass Glaube heute nicht nur im Kirchenraum lebendig ist: in der Natur, in persönlichen Begegnungen, in sozialen Medien – und auch in unserem neuen SR-Blatt MIT DIR, das Menschen verbindet und Geschichten sichtbar macht, die sonst im Verborgenen bleiben würden.
So sind unsere Schwerpunkte letztlich Ausdruck einer Haltung: Wir wollen eine Kirche sein, die bei den Menschen ist, aufmerksam, warmherzig und mutig. Eine Kirche, die in unseren Dörfern und Tälern Heimat schenkt, und zugleich offen bleibt für das, was Gott heute neu wachsen lässt.

Wie läuft die Seelsorgeraum-Werdung?
Monika Schachner, HBP: Die ersten Schritte im Entstehen des Seelsorgeraums waren ein Prozess voller Veränderungen, der uns sowohl herausforderte als auch bereicherte. In den vergangenen vier Jahren haben wir gelernt, Altes loszulassen und Neues zu wagen. Der Abschied von Vertrautem fiel oft schwer, doch jeder Schritt brachte uns auch näher zusammen, innerhalb der Pfarren und über die Pfarrgrenzen hinaus. Wir erlebten, wie wichtig es ist, uns gegenseitig zu unterstützen, zuzuhören und gemeinsam zu wachsen. Wir sind auf dem Weg, der Seelsorgeraum wird nie „fertig“ sein, es ist ein sich immer verändernder Raum, in dem die Möglichkeit besteht, unsere Beziehungen zu vertiefen und unsere Erfahrungen zu teilen, besonders im Glauben und im Vertrauen auf Gott zu wachsen.

Ein Zeichen dieser Vielfalt ist auch der Pastoralplan, der in den letzten Monaten im Seelsorgeraum entstanden ist und bereits vom Bischof bestätigt wurde. Er gibt Orientierung für unser Miteinander in den kommenden Jahren und zeigt, wie reich und vielgestaltig das Leben in unseren Pfarren ist. Es geht nicht um „mehr“, sondern um „tiefer und gemeinsamer“. Und dabei geht Gott immer mit uns.

Gibt es Pfarrgrenzen übergreifende Angebote und wie werden sie angenommen?
Schachner: Unsere Gremien (Bildung, Kinder/Jugend, Liturgie, Nächstenliebe, Öffentlichkeitsarbeit und Spiritualität) sind durch VertreterInnen aller Pfarren besetzt, und hier entstehen Ideen und Projekte, die über die Pfarrgrenzen hinaus umgesetzt werden. Beispielsweise das Heimatpilgern, das Kinderfest, die Unterstützung von Menschen in Notlagen und vieles mehr. Die gemeinsame Klausur aller PGR im November ist bereits ein fixer Termin.

Durch die Jahresthemen im Seelsorgeraum – heuer das „Jahr der Hoffnung“, im Januar startet das „Jahr der Liebe“ – wird das gemeinsame Thema in unterschiedlicher Form sichtbar. Dies geschieht z.B. durch besonders gestaltete Gottesdienste, Aktionen im Einkaufszentrum, auf der Straße und vor allem durch persönliche Begegnungen.
Persönliche Hoffnungszeugnisse wurden aufgenommen und in den Medien geteilt, was Mut gemacht hat. Die vielen Ehrenamtlichen stellen sich in den Dienst und bringen ihre Charismen auf vielfältige Weise ein – dafür ein herzliches Vergelt's Gott!

Was sind die größten Herausforderungen in der Verwaltung?
Aileni: Die größten Herausforderungen in der Verwaltung unseres Seelsorgeraums liegen in der Vielfalt und Weite unserer Region. Elf Pfarren, unterschiedliche Traditionen, viele Ehrenamtliche, zahlreiche Gebäude und laufende Projekte, all das verlangt nach guter Koordination, klaren Abläufen und einem verlässlichen Miteinander.

Dazu kommt: Verwaltung geschieht oft im Hintergrund und gleichzeitig unter enormem Zeitdruck. Veränderungen in der Diözese, neue Friedhofsordnung, neue Anforderungen an Transparenz und Dokumentation, sowie die finanziellen Entwicklungen der letzten Jahre stellen uns immer wieder vor komplexe Aufgaben.

Dass wir diese Herausforderungen bewältigen konnten, liegt wesentlich an der hohen Professionalität und der menschlichen Stärke unserer Handlungsbevollmächtigten, Mag. Nikola Mitterwallner. Mit Überblick, Einfühlungsvermögen und einer großen Portion Realismus hat sie unsere Verwaltung stabil geführt und entscheidend geprägt.

Wo ist Neues entstanden bzw. gerade im Entstehen?
Aileni: Trotz der Größe unseres Seelsorgeraums entsteht gerade vieles neu. Wir haben in den letzten Monaten begonnen, Verwaltungsprozesse zu vereinheitlichen – von der Finanzführung über Vergabeprozesse bis zur Gebäudeverwaltung. Dadurch wachsen die Pfarren stärker zusammen, weil Abläufe klarer und Entscheidungen nachvollziehbarer werden.

Neu ist auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaftsräten und Pastoralteams. Es entstehen Strukturen, in denen Verantwortung geteilt und getragen wird, ein Miteinander, das den ganzen Seelsorgeraum stärkt.

Besonders wertvoll ist, dass Nikola Mitterwallner viele dieser Entwicklungen nicht nur begleitet, sondern initiiert hat: mit klarem Blick für das Wesentliche und der Fähigkeit, komplexe Themen verständlich zu machen. Ihre Arbeit wirkt weiter, und der Weg der gemeinsamen Verwaltung entwickelt sich gerade erst richtig.

Pflück dir neue Hoffnung!

Die Aktion „Hoffnungsbaum“ hat in vielen Gesprächen Mut geschenkt.

Im Rahmen des Heiligen Jahres setzte der Seelsorgeraum Mittleres Ennstal/Paltental ein besonderes Zeichen und lud die Menschen der Region zu einer inspirierenden Aktion ein.
Im Einkaufszentrum ELI in Liezen stand ein „Hoffnungsbaum“, geschmückt mit Bibelversen, die Besucher mitnehmen konnten. Diese Verse sollten sie im Alltag begleiten und ihnen in schwierigen Zeiten Kraft und Zuversicht schenken. Der Hoffnungsbaum war ein Symbol für die Stärke des Glaubens und die Möglichkeit, in herausfordernden Momenten Trost zu finden.

An ausgewählten Tagen in der Fastenzeit waren haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Seelsorgeraums dort anwesend. Sie standen für Gespräche bereit und luden die BesucherInnen ein, sich über Glauben, Hoffnung und die Herausforderungen des Lebens auszutauschen. Diese Begegnungen boten eine wertvolle Gelegenheit, neue Perspektiven zu gewinnen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Aktion hat vielen Mut gemacht, sie zum Nachdenken angeregt und die Kraft der Gemeinschaft spürbar werden lassen.

Im Blickpunkt

Das Seelsorgeraum-Führungsteam besteht aus (v. l.) Monika Schachner als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral, Pfarrer Adrian Aileni als Leiter des Seelsorgeraums und Nikola Mitterwallner als Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung. | Foto: SR
  • Das Seelsorgeraum-Führungsteam besteht aus (v. l.) Monika Schachner als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral, Pfarrer Adrian Aileni als Leiter des Seelsorgeraums und Nikola Mitterwallner als Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung.
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Heimatpilgern. Trotz Regens machten sich viele vom Kapuzinerkloster Irdning zur Pfarrkirche in Donnersbach auf, um innezuhalten, zu beten und Gemeinschaft zu erleben. Mehrere Stationen zum Nachdenken und die gemütliche Jause machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis im Seelsorgeraum. | Foto: Machherndl
  • Heimatpilgern. Trotz Regens machten sich viele vom Kapuzinerkloster Irdning zur Pfarrkirche in Donnersbach auf, um innezuhalten, zu beten und Gemeinschaft zu erleben. Mehrere Stationen zum Nachdenken und die gemütliche Jause machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis im Seelsorgeraum.
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Hoffnungsgottesdienst. Im Heiligen Jahr 2025 wurde in jeder Pfarre ein Hoffnungsgottesdienst gefeiert (im Bild jener in Liezen). Diese besonderen Feiern stärken die Gemeinschaft und vermitteln Hoffnung, Glauben und Zuversicht. Sie laden dazu ein, gemeinsam Kraft zu schöpfen und vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. | Foto: Blazevic
  • Hoffnungsgottesdienst. Im Heiligen Jahr 2025 wurde in jeder Pfarre ein Hoffnungsgottesdienst gefeiert (im Bild jener in Liezen). Diese besonderen Feiern stärken die Gemeinschaft und vermitteln Hoffnung, Glauben und Zuversicht. Sie laden dazu ein, gemeinsam Kraft zu schöpfen und vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken.
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Kinderfest. Einen besonderen Nachmittag erlebten die Kinder unserer Pfarren. Für sie wurde rund um die Pfarrkirche Irdning ein buntes Programm mit Spielen, Musik und Bastelstationen gestaltet. Bruder Alby spendet den Kindersegen, Ehrenamtliche verwöhnen mit köstlichen Leckereien. | Foto: Pfarre
  • Kinderfest. Einen besonderen Nachmittag erlebten die Kinder unserer Pfarren. Für sie wurde rund um die Pfarrkirche Irdning ein buntes Programm mit Spielen, Musik und Bastelstationen gestaltet. Bruder Alby spendet den Kindersegen, Ehrenamtliche verwöhnen mit köstlichen Leckereien.
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Zahlen und Fakten

SR Mittleres Ennstal/Paltental

Diese 11 Pfarren gehören zum SR: Donnersbach, Donnersbachwald, Irdning, Lassing, Liezen, Oppenberg, Pürgg, Rottenmann, Selzthal, Stainach und Wörschach. Außerdem das Kapuzinerkloster in Irdning, die Filialkirchen in Aigen, Niederhofen, St. Georgen bei Rottenmann und Weißenbach sowie die Kranken­hausseelsorge am LKH Rottenmann.

Leitungsteam:
SL Pfarrer Adrian Aileni
0676/8742 6653
adrian.aileni@graz-seckau.at
HBP Monika Schachner
0676/8742 6852
monika.schachner@graz-seckau.at
HBV Nikola Mitterwallner
0676/8742 2821
nikola.mitterwallner@graz-seckau.at

Seelsorgeteam:
Pfarrer: Johann Huber; Kaplan: Ambroziu Anghelus; Aushilfspriester: Br. Alby Antony OFMCap., Herbert Prochazka, Günther Zgubic; Diakon: Martin Schachner; Pastoralreferentin: Barbara Kabas; Pastorale Mitarbeiterinnen: Cornelia Lackner, Lucija Paric.

Kanzleiteam:
Patrizia Freydecker, Brigitte Rei­schenböck, Maria Schaunitzer, Ruzica Sekic, Katja Weisz.

▶  Website: sr-mittleres-ennstal-paltental.graz-seckau.at

Logo:

Eine Kirche, eingefügt in die Silhouette des Grimmings, symbolisiert Halt, Glaube und Gemeinschaft. Zwei Flüsse stehen für Zusammenhalt und Tradition. Biblische Bezüge betonen die spirituelle Identität des Seelsorgeraums.

Legende
SR = Seelsorgeraum
SL = Seelsorgeraumleiter
HBP = Handlungsbevollmächtigte/r für Pastoral
HBV = Handlungsbevollmächtigte/r für Verwaltung

Mitten im Einkaufszentrum ELI in Liezen hat der Hoffnungsbaum PassantInnen dazu eingeladen, ein Blatt mit einem hoffnungsvollen Bibelvers zu pflücken und ins Gespräch zu kommen. | Foto: SR
Das Seelsorgeraum-Führungsteam besteht aus (v. l.) Monika Schachner als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral, Pfarrer Adrian Aileni als Leiter des Seelsorgeraums und Nikola Mitterwallner als Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung. | Foto: SR
Hoffnungsgottesdienst. Im Heiligen Jahr 2025 wurde in jeder Pfarre ein Hoffnungsgottesdienst gefeiert (im Bild jener in Liezen). Diese besonderen Feiern stärken die Gemeinschaft und vermitteln Hoffnung, Glauben und Zuversicht. Sie laden dazu ein, gemeinsam Kraft zu schöpfen und vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. | Foto: Blazevic
Heimatpilgern. Trotz Regens machten sich viele vom Kapuzinerkloster Irdning zur Pfarrkirche in Donnersbach auf, um innezuhalten, zu beten und Gemeinschaft zu erleben. Mehrere Stationen zum Nachdenken und die gemütliche Jause machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis im Seelsorgeraum. | Foto: Machherndl
Kinderfest. Einen besonderen Nachmittag erlebten die Kinder unserer Pfarren. Für sie wurde rund um die Pfarrkirche Irdning ein buntes Programm mit Spielen, Musik und Bastelstationen gestaltet. Bruder Alby spendet den Kindersegen, Ehrenamtliche verwöhnen mit köstlichen Leckereien. | Foto: Pfarre
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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