Singen-Beten-Feiern: Gotteslob neu | Teil 06
Tagzeiten und Wort-Gottes-Feiern im neuen Gotteslob

Der Auftrag Jesu, immer zu beten (Lk 18,1: Evangelium vom heurigen 13. Oktober), und die Mahnung des Apostels Paulus, „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17) haben in den christlichen Kirchen in der Tagzeitenliturgie (Stundengebet) eine konkrete Umsetzung erfahren. Vor allem die Angelpunkte des Tages, der Morgen mit der Erfahrung der aufgehenden und der Abend mit der Erfahrung der untergehenden Sonne, waren und sind – wie schon im jüdischen Tempel und in der Synagoge – markante Punkte des Tages, um innezuhalten und mit dem Blick auf das eigene Leben sich Gott mit Lob, Dank und Bitte zuzuwenden.[/p]

Die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils spricht eindringlich davon, dass Priester und Laien gemeinsam das Stundengebet, das „öffentliche Gebet der Kirche“, vollziehen sollen. Dazu bietet das neue Gotteslob zahlreiche Hilfen an.

Zunächst sind es die 67 Psalmen im Stammteil und zusätzlich fünf Psalmen im Österreichteil, die zum Einschwingen in das gemeinsame Singen und Beten einladen. Ne-
ben freieren Formen (Morgenlob, Statio zu Mittag, Abendlob, Nachtgebet) gibt es zahlreiche Angebote für Laudes, Vesper und Komplet, die in der Vielfalt des Herren- und Heiligenjahres mit dem Gotteslob auch ein musikalisch abwechslungsreiches Feiern er-möglichen werden. Für die Hymnen wurden meist schwungvolle Kirchenliedmelodien ausgesucht, zur herkömmlichen Psalm-
odie gibt es auch Alternativformen (vor allem beim Canticum) inklusive mehrstimmiger Gemeindepsalmodie. Das Magnificat wird neben vier Psalmtönen auch in zwei alternativen mehrstimmigen Vertonungen zu singen sein. Gestaltungsvorschläge für ein Luzernar (eine Lichtfeier) oder das Weihrauchopfer ergänzen die klassischen Strukturen. Neu sind auch die Vorlagen zur Gestaltung der Trauermetten für Karfreitag und Karsamstag.

Wer regelmäßig die Tagzeitenliturgie feiert, wird durch die 72 ausgewählten Psalmen einen Grundstock an Laudes und Vespern usw. aus dem Stundenbuch auch mit dem Gotteslob gestalten können (Sonntage im Vier-Wochen-Zyklus, viele Erste Vespern vor Hochfesten, Lesehore, Terz usw.). Bei der Zusammenstellung der Gesänge wurde da-rauf geachtet, dass sie nicht zu hoch sind und tonartlich gut zueinander passen. Die marianischen Antiphonen sind diesmal vollzählig in ihrer gregorianischen Gestalt und als Liedparaphrasen vorhanden. Alle Tagzeiten sind vollständig zusammengestellt, so dass ohne Zuhilfenahme anderer Bücher diese Gottesdienste gefeiert werden können.

Ein völlig neues Kapitel im Gotteslob ist die Wort-Gottes-Feier, die ebenfalls eine Frucht der Liturgiereform darstellt und nicht nur unter dem Aspekt einer fehlenden sonntäglichen Eucharistiefeier gesehen werden darf. Die von den österreichischen Bischöfen zugelassene Grundform (mit etlichen Varianten) ist im Gotteslob so abgebildet, dass im Notfall auch mit Lektionar und Gesangbuch allein die Feier durchgeführt werden kann.

Franz Karl Praßl

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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