Serie Eucharistie 2005 | Teil 10
Schritte der Feier der Eucharistie: Kommunion

Fußbodenmosaik in der Brotvermehrungskirche in Tabgha, 5. Jh., am See Gennesaret. Tabgha ist ein arabischer Anklang an den griechischen Namen Heptapegon (Sieben Quellen), den Ort der Brotvermehrung.##br##
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  • Fußbodenmosaik in der Brotvermehrungskirche in Tabgha, 5. Jh., am See Gennesaret. Tabgha ist ein arabischer Anklang an den griechischen Namen Heptapegon (Sieben Quellen), den Ort der Brotvermehrung.##br##
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Die heilige Kommunion – so wird also in der Feier der heiligen Messe der Empfang der heiligen Gaben, des Leibes und Blutes Christi, genannt. Ein ungewöhnliches Wort für ein außergewöhnliches Mahl. Das Zeitwort freilich, das auch manchmal verwendet wird, findet sich durchaus auch in anderen Zusammenhängen: „kommunizieren“ – in eine persönliche Beziehung und einen Austausch treten. Diese Bedeutung des Wortes macht eine erste Spur sichtbar, die uns zu einem tieferen Verständnis der heiligen Kommunion führt.

Sicherlich: Ein Mahl bedeutet essen. Aber, was die Empfangenden in der Kommunion zu sich nehmen, das ist nicht gewöhnliche Speise, sondern das Herrenmahl, ist Verbindung mit Christus, der sich selbst gibt, der sich für uns als Brot des Lebens gibt. Die Empfangenden essen nicht etwas, sondern treten mit jemandem in eine tiefe persönliche Beziehung: mit Christus, dem auferstandenen und gegenwärtigen Herrn. In diesem Sinn kann man sagen: Sie kommunizieren mit ihm. Nicht nur in der Feier und im Empfang der Eucharistie, aber ganz gewiss in besonderer Weise auch hier.

Die liturgische Sprache schöpft hier ganz aus der Sprache der Bibel. Zuerst spricht der Priester das Wort, mit dem Johannes der Täufer auf Christus hinweist: „Seht, das Lamm Gottes“ (vgl. Joh 1,36). Die ganze Aufmerksamkeit wendet sich dem Herrn zu, der uns im Geheimnis des Sakramentes begegnen will. Und aus dieser Aufmerksamkeit für diese außergewöhnliche Begegnung kommt die Antwort, die Einwand und Bitte zugleich ist: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ Dieses Wort lehnt sich an das Wort eines frommen Hauptmannes im Evangelium an, der um die Heilung seines Dieners bittet, aber Jesus die Mühe des Weges nicht zumuten will. Einwand ist dieses Wort auch in der Feier der Eucharistie – wer ist schon würdig, den göttlichen Herrn zu empfangen? Zugleich ist es Bitte – was erbitten wir mehr als die Gemeinschaft mit ihm?

Von anderer Seite lässt sich das Geheimnis dieses heiligen Mahles erschließen, wenn man an kommunizierende Gefäße denkt. Das sind bekanntlich Gefäße, die miteinander verbunden sind. Was im einen Gefäß geschieht, betrifft auch das andere. Der Empfang der heiligen Kommunion bedeutet nicht nur Gemeinschaft mit Christus, sondern verbindet auch die, die miteinander den Leib des Herrn empfangen. „Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib, denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ – so schreibt Paulus an die Gemeinde von Korinth (1 Kor 10,17). Christsein ist nicht ein Nebeneinander, sondern ein Miteinander. Was den anderen in Freude und Leid betrifft, das betrifft auch mich.

Und was ich lebe, das hat für andere Bedeutung, kann ihnen zum Segen und zum Schaden werden.

Der große französische Theologe Yves Congar war am Ende seines Lebens jahrelang ans Bett gefesselt. Das ist nichts Außergewöhnliches, wohl aber seine Erfahrung damit. In einem Interview hat er sie so formuliert: „Zurückgezogen vom aktiven Leben, bin ich vereint mit dem mystischen Leib des Herrn Jesus, über den ich oft gesprochen habe… Ich habe ein sehr klares Bewusstsein von den ungeheuren Dimensionen des mystischen Leibes. Mit und im Heiligen Geist lebe ich für seine mir bekannten und unbekannten Glieder. Die Ökumene hat darin natürlich ihren Teil. Es ist Bitte, Tröstung, Wirken der Gnade, solange der Herr will.“

Auch das ist eine eucharistische Spiritualität: Das zur Erfahrung gewordene Wissen, wie sehr uns die Kommunion nicht nur mit Christus, sondern auch untereinander verbindet.

Fußbodenmosaik in der Brotvermehrungskirche in Tabgha, 5. Jh., am See Gennesaret. Tabgha ist ein arabischer Anklang an den griechischen Namen Heptapegon (Sieben Quellen), den Ort der Brotvermehrung.##br##
Der Empfang der heiligen Kommunion bedeutet Gemeinschaft mit Christus und Verbindung mit den anderen.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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