Weltanschaungsarbeit heute | 26
Schönheit
- Lächeln und Lachen machen schön, ist Meinrad Föger, Fachberater für Weltanschauungsfragen der Erzdiözese Salzburg, überzeugt. Bei Fragen wenden Sie sich an das Referat bzw. die Fachstelle für Weltanschauungsfragen in Ihrer Diözese: weltanschauungsfragen.at
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Ein zentraler Aspekt von Selbstoptimierung und der Inszenierung auf Social-Media-Plattformen.
Attraktiv und erfolgreich, wer will das nicht sein? Oder etwas volkstümlicher ausgedrückt: Reiche und Schöne prägen die Öffentlichkeit, die Medien und die Kultur, und das Mantra von Effizienzsteigerung und Verbesserung ist allgegenwärtig. Im vergangenen Jahrhundert schrieb der Philosoph Martin Buber den Satz „Erfolg ist keiner der Namen Gottes“. Allerdings ist auch Erfolglosigkeit oder Misserfolg nicht wirklich erstrebenswert. Jeder wünscht sich ein gelingendes Leben. Doch an welchen Kriterien bemisst man für sich dieses „Gelingen“, welche davon liegen auf einer ganz anderen Ebene als zähl- oder messbare Fakten? Und welche Bedeutung gibt unsere heutige Gesellschaft der „Schönheit“ für Gelingen, Glück und Erfolg?
Schöne Tugenden. Schon im Alten Testament wird der Mensch als „wunderbar gestaltet“ beschrieben (Ps 139) und gilt als Ebenbild Gottes. Dabei geht es weniger um die „äußere“ als um die „innere“ Schönheit, bei der Tugenden und Würde im Vordergrund stehen und diese sich in Eigenschaften wie Freundlichkeit, Demut und Barmherzigkeit ausdrücken.
Wir wissen, dass im Alltag äußerliche Kriterien wie Symmetrie, glatte Haut, große Augen usw. in der Wahrnehmung von Menschen eine große Rolle spielen und dass der erste (äußerliche) Eindruck eines Menschen automatisch auch auf weitere persönliche Eigenschaften übertragen wird. „Attraktive Menschen genießen oft soziale Vorteile“, stellt ein digitales Nachschlagewerk basierend auf Künstlicher Intelligenz auf Anfrage fest und nennt das „Halo-Effekt“ (halo = engl. für Heiligenschein). Es ist also kein Wunder, wenn im Film, in der Werbung und in den sozialen Medien auf Schönheit und auf schöne Menschen gesetzt wird, denn das äußere Erscheinungsbild beeinflusst wesentlich, wie Produkte, Angebote und Leistungen bewertet werden.
Der „Halo-Effekt“ findet sich sogar bei bestimmten religiösen Gemeinschaften. Wir kennen z. B. evangelikale Gruppierungen, wo äußere Schönheit kombiniert mit wirtschaftlichem Erfolg als Nachweis für die Auserwählung und Gottes Liebe, die auf diesen Menschen liegt, gedeutet wird. In diesem Kontext werden auch großzügige Spenden der Gläubigen als konkreter Ausdruck der persönlichen Glaubensstärke gesehen.
Auf der anderen Seite gibt es religiöse Gruppen, in denen äußere Schönheit sehr skeptisch gesehen wird, wo Mitglieder z. B. sehr strengen Kleidungsvorschriften unterworfen werden oder Zeit für Körperpflege als unnötiger Luxus gebrandmarkt wird. Die gängigen Schönheitsideale auf den Kopf zu stellen, kann aber auch als Protest gegen die herrschenden Gesellschaftsstrukturen eingesetzt werden; am markantesten erlebte man das wohl bei den Punks, die sich bewusst mit extremen Frisuren, Piercings und Metall-Accessoires „verunstalteten“.
Wie kann ich als ChristIn die Gratwanderung zwischen Eitelkeit und Einfachheit, zwischen Schönheitswahn und Verwahrlosung gut schaffen?
Meinrad Föger
Meinrad Föger ist Pastoralassistent und Fachberater für Weltanschauungsfragen in der Erzdiözese Salzburg.
Was ist dein persönlicher Zugang zum Thema „Schönheit“?
Ich bin leidenschaftlicher Fotograf und liebe die unerschöpfliche Schönheit, die in der Natur zu finden ist. Da spielen Asymmetrie, Kontraste und Unerwartetes eine große Rolle. Dasselbe gilt für die Schönheit eines Menschen – diese ergibt sich mehr aus der Geschichte, die ein Gesicht erzählt, als aus dem Erfüllen von Schönheitsidealen.
Was ist für dich wichtig im Umgang mit schönen und weniger schönen Menschen?
Besonders als Seelsorger muss man jedem Menschen die gleiche Aufmerksamkeit und Zeit widmen, egal ob er mir optisch gefällt oder nicht. Wenn jemand sehr stark mit Tattoos, Piercings oder riesigen Lippen geschmückt ist, dann ist das manchmal allerdings wirklich nicht leicht für mich.
Dein persönlicher Schönheitstipp?
Lächeln und Lachen machen schön!
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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