Himmlische Tugenden | Teil 07
Fleiß – In der Burnout-Klinik

 Fleiß – die Trägheit aufschrecken

Eine Frau namens Marta nahm Jesus freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.Jesus zu Gast bei Marta und Maria,     Lk 10,38–42

Es kommt nicht darauf an, wie emsig man ist, sondern warum.
Bienen werden gelobt, Mücken erschlagen.      Unbekannt

Ihr alle, denen die wilde Arbeit lieb ist und das Schnelle, Neue,
Fremde – ihr ertragt euch schlecht, euer Fleiß ist Flucht und Wille,
sich selber zu vergessen.     Friedrich Nietzsche

Ein kleiner Witz:
Wenn Faulheit eine olympische Disziplin wäre, würde ich Vierter werden, damit ich nicht aufs
Podest steigen muss …

Impuls

„In der Weihnachtsbäckerei“ wird voller Fleiß gearbeitet. An den anderen sogenannten bürgerlichen Tugenden scheitert man dagegen im erfolgreichsten neuen deutschen Weihnachtslied: Sparsamkeit („Macht so mancher Knilch / eine riesengroße Kleckerei“), Ordentlichkeit („Rezept / verschleppt“), Pünktlichkeit („warten wir gespannt: / verbrannt“) oder Reinlichkeit („Sind die Finger rein? / Du Schwein.“). Das ist der wiederkehrende Gag im Text des Liedes von Rolf Zuckowski aus dem Jahr 1987.

In der Burnout-Klinik „tummeln“ sich Menschen, deren Fleiß unaufhörlich „überdosiert“ und beharrlich in der Sache „kontraindiziert“ (falsch oder schädlich angewandt) war. Arbeitseifer, Beflissenheit oder Emsigkeit brauchen Balance, Choreographie, Rhythmus und Takt. Ob in Rehab-Zentren oder bei Ihnen zu Hause, auf fleißiges Tagwerk schlafe man „in himmlischer Ruh“, ganz nach dem berühmtesten deutschsprachigen Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht!“

konkret:

  • In welche Aufgaben oder Arbeiten können Sie sich „verlieren“ – wie ein Kind beim Spielen?

  • Welches Advent- oder Weihnachtslied haben Sie am liebsten?
    Was „sagt Ihnen“ der Text?

Christoph Kainradl arbeitet als Fachreferent für Liturgie und Sakramente im Fachbereich Pastoral & Theologie

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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