Beten mit Israel | Teil 05
Du bist doch unser Vater

Vater: Das ist einer, von dem man sich auch Zuflucht und Stütze erwarten darf, wenn es darauf ankommt.
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Mutter und Vater

sind jene Menschen, denen wir unser Leben verdanken und die uns prägen. Die Bibel schreibt Gott auch elterliche Rollen zu. Das Volk Israel beruft sich in seiner „Klage“ darauf.

Jesu Gebetsbelehrung im „Vater unser“ hat seine Wurzeln im Alten Testament, das öfter Gott als „Vater“ bezeichnet (z. B. Dtn 32,6; Ps 103,13) oder ihm mütterliche Züge beilegt (Jes 49,15; 66,13). Im Beten zu ihm dürfen wir eintreten in eine ähnlich innige und tiefe Beziehung wie mit unseren Eltern.

Verletzte Beziehung. Das längste Gebet im Jesajabuch findet sich knapp vor seinem Ende und spricht Verletzungen in der Beziehung an. Wie die unmittelbare Fortsetzung (Jes 65–66) zeigt, erhört Gott die Klage des Volkes sofort und antwortet positiv, seinen Frommen gegen Frevler zur Gerechtigkeit verhelfend, was das Buch zu seinem Abschluss bringt. Beten ist oft der Schlüssel zu einer Lösung.

Erinnerungen. Im Gedenken steckt große Kraft. Hier steht es am Anfang (v7.11) und nimmt den Kontrast wahr, der zwischen Gottes Zuneigung und Hilfe (v8f.11–14) und der Zurückweisung durch sein Volk (v10) besteht. Auch in vielen Psalmen löst Erinnern eine erneute Hinwendung zu Gott aus.

Vorwürfe. Im Vergleich zur Vergangenheit erscheint Gott zurückhaltend. Israel hat den Eindruck, er habe nachgelassen in seinem Engagement und den Gefühlen für sie (s. das Rumoren im Bauch, in menschlicher Sprechweise, v15), und spricht dies offen an. Die Klage über seine Distanziertheit kehrt auch in den Fragen von v17 sowie am Ende, rahmend, wieder (64,11). Für Gläubige ist manchmal schwer zu akzeptieren, wenn in ihrer Not keine Veränderung erkennbar wird.

Viele Rollen für Gott. Damit seine „Untätigkeit“ sich ändert, wird Gott mehrfach auf seine Verantwortung angesprochen. Er ist für die ganze Gemeinschaft „Vater“ (v16 zweimal; 64,7). Zu seinem Wesen („Namen“) gehört, ihr „Erlöser“ zu sein (v16, vgl. auch v9), und ebenso ihr „Bildner“, der sie wie ein Töpfer formt (64,7). Zusammen mit seinem „heiligen Geist“ (zweimal 63,10f) und den im vorigen Absatz erwähnten Gefühlen wird in diesem Volksklagelied eine reichhaltige Theologie sichtbar, die Gott vielfältig und innerlich tief bewegt schildert. Er lässt sich nicht auf einen oder einzelne Aspekte reduzieren. Das Gebet hier spiegelt eine lebendige und kreative Beziehung zu ihm.

Lösungen. Das Adventlied „O Heiland, reiß die Himmel auf!“ inspiriert sich an v19 – Gottes Einschreiten ist gefordert, wenn die vielen Nöte eine Wende erfahren sollen. Dazu bekennen die Menschen nun auch ihr Versagen und dessen Folgen (64,4–6) und rufen ihn erneut an (v7). Wie Jes 65 zeigt, haben sie mit ihrem Bitten Erfolg.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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