Singen-Beten-Feiern: Gotteslob neu | Teil 08
Der Österreichteil im neuen Gotteslob

Parallel zu den Vorarbeiten zum Stammteil setzten in den österreichischen Diözesen die entsprechenden Vorbereitungen ein. Zunächst wurden in jeder Diözese Beauftrage für das neue Gebet- und Gesangbuch (GGB) berufen, und 2004 wurde eine „Arbeitsgemeinschaft GGB Österreich“ eingerichtet, die aus den Diözesanbeauftragten (für die Steiermark Karl Dorneger) sowie Mitgliedern der Liturgischen Kommission Österreich und der Österreichischen Kirchenmusikkommission bestand. Seine letzte Sitzung hat dieses Gremium übrigens am 31. Jänner 2013 zusammengeführt.

Im Jahr 2005 wurde eine diözesane Arbeitsgruppe für das GGB eingerichtet, die sofort mit der Sichtung des bisherigen Diözesananhangs begann und diesen in drei Listen einteilte: Gesänge, die unbedingt wieder aufzunehmen sind (dabei durften vorerst nur zehn genannt werden), solche, bei denen noch Diskussionsbedarf besteht, und schließlich jene, die kaum oder gar nicht gesungen werden. Zusätzlich wurden im Verlauf des Redaktionsvorgangs auch neue Gesänge vorgeschlagen.

Im Jahr 2006 entschied die Österreichische Bischofskonferenz, keine Diözesanteile he-rauszugeben, sondern einen gemeinsamen Österreichteil. Unter den Nummern 700 bis 999 findet man nun in ganz Österreich auch so diözesantypische Lieder wie „Auf zum Schwur, Tiroler Land“ (851).

Der Aufbau des Österreichteils entspricht dem Stammteil: I. Gebete; II. Gesänge und Litaneien (dieser Abschnitt nimmt den größten Teil ein – Nr. 705 bis 977); III. Gottesdienstliche Feiern. Dieser Teil enthält weitere Elemente zur im Stammteil reich vertretenen Tagzeitenliturgie (unter anderem fünf Psalmen – teilweise in einfachen mehrstimmigen Singmodellen, drei Versionen des Magnificat, Luzernar, Lobpreis mit Weihrauch). Andachten zur Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu und zu Ehren des hl. Martin sowie ein Gestaltungsvorschlag für Bittprozessionen runden das Angebot ab.

Im Stammteil finden wir keine Messreihen mehr, wohl aber im Österreichteil: Die „Haydn-Messe“ (710) und die „Schubert-Messe“ (711; „Wohin soll ich mich wenden“, „Ehre, Ehre“ und „Heilig, heilig, heilig“ findet man auch im Stammteil: 145, 413 und 388; letztere unter der Rubrik „Lob, Dank und Anbetung“). Bei der Haydn-Messe wurde das Lied zur Eröffnung um eine (originale) Strophe ergänzt, die das Gleichnis vom verlorenen Sohn anspricht. Durch die Ergänzung des Credolieds um zwei Strophen ist man nun dem liturgischen Text wesentlich näher. Auch bei der Schubert-Messe gibt es Nachträge originaler Strophen; ein Gesang („Betrachtend deine Huld und Güte“) ist weggefallen.

Das „Vater unser“ von Giorgio Moroder (779 – endlich haben wir den „Täter“) darf nicht fehlen. Zum Schluss möchte ich noch auf ein paar Schätze hinweisen: das Magnificat nach einer Melodie des Hymnos akathistos (984), den „Salzburger Weihrauchpsalm“ (992) oder das kräftige Glaubenslied „Wer glaubt, ist nie allein“ (927).
Karl Dorneger

 

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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