Engagement leben | Teil 04
Den letzten Weg würdig und engagiert begleiten

Für mich ist das keine Belastung; die Menschen, die ich begleite, habe ich eine Zeitlang in meinen Gedanken.“ Maria Auer spricht offen über ihren Dienst, der anderen Menschen vielleicht eher zu schwer und zu anstrengend vorkommt, nicht wirklich als etwas, was man sich so unbedingt selbst antun würde.[/p]

Den Tod nach Möglichkeit auf Abstand zu halten gilt als übliche Reaktion. Sie selbst arbeitet bei der Hartberger Bestattung aber im Büro, bei der Aufnahme und der Vorbereitung der Partezettel. Ehrenamtlich hatte sie schon länger begonnen, bei Wachtgebeten und Begräbnissen vorzubeten, und ist so auf diese Ausbildung zur Begräbnisleiterin aufmerksam geworden. „Man kommt natürlich mit den Menschen ins Reden, und wenn es passt, kann ich dann auch ein Gebet sprechen.“ Dabei kämen sehr stimmige und trotz all der Trauer schöne Feiern zustande.

„Man begleitet Menschen in einer schwierigen Phase, die jedoch ganz intensive Momente hat.“ Die beständige Furcht vor dem Tod, die in unserem Leben so allgemeingültig scheint, kann sie verstehen, sie selbst hat keine Angst, begegnet sie ihm auch wesentlich öfter als andere Menschen. So ist er ihr wohl auch näher, vertrauter als so manchem von uns. „Ich bin ja noch anderweitig ehrenamtlich in der Pfarre tätig.“ Etwa als Begleiterin der Trauergruppe. Es gehe immer um Menschen, um ihre Würde. Nach einem Gedanken aus dem Römerbrief „Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden“ versucht sie, sie gut zu begleiten.

Fritz Jeitler sieht das ähnlich, wenn er über seinen Dienst nachdenklich, aber nicht traurig formuliert: „Menschen sind mit dem Tod eines Angehörigen konfrontiert und überlegen, wie sie den Abschied so gestalten können, dass er dem entspricht, was der Verstorbene sich gewünscht hätte.“ Der 67-jährige frühere Volksschuldirektor von Kaindorf sieht es als Aufgabe, eine Feier zu gestalten, die allen gerecht wird, auch wenn der Verstorbene aus der Kirche ausgetreten ist. Es sei eben ein Anliegen der Menschen, dieses Abschied-Nehmen für alle erlebbar zu machen. Heute gebe es hier natürlich ganz andere Möglichkeiten als zu den Zeiten, wo Ausgetretene bei diesem letzten Weg nicht mehr in die Kirche durften. „Es stellt für mich ein Werk der Barmherzigkeit dar, jemanden zu bestatten, und den Angehörigen tut man damit etwas Gutes.“ Ein Ehrenamt zu pflegen ist für ihn seit jeher eine Aufgabe. „Meine Frau und meine drei erwachsenen Kinder, jeder tut etwas für Staat und Gemeinschaft, so soll es ja auch sein.“ Das sind Aufgaben, die unsere Gesellschaft zusammenhal-
ten.

Zuerst habe er Zweifel gehabt, ob das die richtige Aufgabe für ihn sein könne, „aber mittlerweile hab ich schon gemerkt, dass mich das anspricht“. Die Ausbildung hat ihn unterstützt und auch befähigt, auf die Menschen in ihrer Ausnahmesituation zuzugehen. Das sei herausfordernd, aber auch eine Art, tiefe Erlebnisse zu finden, die im Alltag so nicht vorkommen.

Gisela Remler

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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