Seelsorgeräume vorgestellt | SR Bruck an der Mur
Das verkehrte Hakerl
- Zum SR-Kreuzweg traf man sich am Freitag, 4. April, bei der Minoritenkirche in Bruck an der Mur.
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Der Seelsorgeraum Bruck an der Mur freut sich über gute Zusammenarbeit und ist auch offen für jene, die gegen den Strom schwimmen.
Ihren Seelsorgeraum aus der Luft betrachtet – was sticht sofort ins Auge?
Pater Clemens Grill, SL: Blickt man von oben auf den Seelsorgeraum Bruck, so fällt die gebirgige Landschaft sofort auf. Der zweite Blick zeigt ein verkehrtes „Hakerl“ (siehe Karte). Es ist gut, dass wir in vielen Bereichen zusammenarbeiten können, in manchem zeigt das Hakerl – im Sinne der vollen Zustimmung – in die andere Richtung. Andererseits: gegen den Strom zu schwimmen, also kreativ zu sein und vieles zu hinterfragen, ist auch oft angebracht.
Was sind eure inhaltlichen Schwerpunkte?
SL P. Grill: Wir setzen den Schwerpunkt auf eine Pastoral, die sich im Dreiklang von einladend, achtsam und sorgsam versteht. Jesus Christus wollen wir als Mitte unseres Glaubens und Richtschnur unseres Handelns sehen und uns von ihm leiten lassen. Alle Menschen sind eingeladen, aus der Taufe und den Sakramenten ihr Leben zu gestalten: in den Pfarren, am Kirchort Oberaich, in der Krankenhausseelsorge und im lebendigen Miteinander im Pius-Institut.
Wie war der Prozess der SR-Werdung?
Borka Simunic, HBP: Die Erfahrungen der Corona-Pandemie haben verdeutlicht, wie wertvoll persönliche Begegnungen, Gemeinschaft und neue Formen kirchlichen Miteinanders sind. Vor diesem Hintergrund begann im Jahr 2022 der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung – mit dem Ziel, Kirche vor Ort gemeinsam, beteiligungsorientiert und zukunftsfähig zu gestalten.
An vier Orten fanden Pfarrversammlungen statt, bei denen der Frage nachgegangen wurde, was Menschen heute bewegt.
Die eingebrachten Rückmeldungen, Sorgen, Hoffnungen und Perspektiven – wurden von einer Steuerungsgruppe mit VertreterInnen aller Pfarren und kirchlicher Lebensorte systematisch ausgewertet und in Themenfelder gegliedert. Diese bildeten die Grundlage für einen gemeinsamen Pastoralplan, der unter Einbindung verschiedener Gremien sowie einer eigenen Resonanzgruppe erarbeitet wurde.
Der Prozess war von Anfang an von einem respektvollen und gemeinschaftlichen Vorgehen geprägt – mit dem Bewusstsein, dass eine nachhaltige Entwicklung Zeit, Geduld und gemeinsame Verantwortung erfordert.
Gibt es Pfarrgrenzen-überschreitende Angebote?
Simunic, HBP: Auf dem gemeinsamen Weg als Seelsorgeraum hat sich bereits einiges bewegt. Über die Pfarrgrenzen hinweg sind Angebote entstanden, die zeigen, dass Zusammenarbeit möglich und bereichernd ist. Nicht die Vielzahl an Aktivitäten steht dabei im Vordergrund, sondern die Entschiedenheit diesen Weg gemeinsam, synodal und ressourcenschonend zu gestalten.
Wichtige Schritte waren der Start des Seelsorgeraums, die Bildung eines gemeinsamen Pastoralrates, PGR-Klausuren sowie eine gemeinsame Vorstandsklausur. Auch in der Liturgie haben sich neue Formen der Kooperation etabliert: eine abgestimmte Gottesdienstordnung, Austauschformate und gemeinsame Schulungen.
Besonders erfreulich war die regionsübergreifende SpiriNight, die auf große Resonanz stieß – ebenso wie gemeinsame Reisen und Wallfahrten, Einkehrtage, der SR-Kreuzweg sowie gemeinsame Gottesdienste.
Viele Erfahrungsräume sind noch offen, Prozesse in Entwicklung, Beziehungen im Aufbau. Vieles darf weiterwachsen – getragen von Vertrauen, Engagement und der Offenheit für neue Wege.
Was sind die größten Herausforderungen in der Verwaltung des SR?
Katja Jöstl-Schmerda, HBV: Es ist unser Bestreben, die Verwaltung an den Bedürfnissen der Pfarrbevölkerung im Seelsorgeraum auszurichten und zudem möglichst effizient zu arbeiten. Dabei ist es durchaus herausfordernd, die Anforderungen jeder einzelnen Pfarre zu erfüllen und aus mehreren selbständig agierenden Pfarren mit unterschiedlichen Arbeitsabläufen eine Einheit zu bilden.
Mit einer Hauptkanzlei in Bruck sowie drei Nebenstellen, welche von Ehrenamtlichen und einem Vikar besetzt werden, haben wir eine bislang gut funktionierende und in der Pfarrbevölkerung akzeptierte Lösung gefunden.
Dazu kommt die tatkräftige Unterstützung im Wirtschafts- und Verwaltungsbereich durch ehrenamtliche HelferInnen in allen sechs Pfarren.
Die Vernetzung untereinander, der Informationsaustausch sowie die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten kann dabei durchaus noch herausfordernd sein. Die ständig fortschreitende Digitalisierung in unserem Seelsorgeraum sowie ein regelmäßiger persönlicher Austausch helfen unseren äußerst engagierten haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen bei ihrer täglichen Arbeit im Verwaltungsbereich.
Redaktion: K. Grager
Glaube im Unterwegs-Sein
Gemeinsamer Emmausgottesdienst in Bruck an der Mur:
Ein Weg und ein Ort der Begegnung und Hoffnung.
Der Emmausgottesdienst im Seelsorgeraum Bruck an der Mur, gefeiert am Ostermontag, 21. April 2025, bot einen besonderen Raum für Gemeinschaft und Glauben. Im Zentrum stand die Erkenntnis, dass der Glaube nicht nur an einem festen Ort, sondern auch im Unterwegs-Sein gefunden werden kann
– besonders in unsicheren Zeiten.
Die Jünger von Emmaus erlebten, dass ihre Begegnung mit Jesus nicht nur ihre Zweifel überwand, sondern ihnen neue Hoffnung schenkte. Diese Erfahrung war auch im Gottesdienst spürbar. Das „Mitgehen“ und „Brotbrechen“ brachten die Pfarren durch die Teilnahme vieler Mitarbeitenden und Gläubigen zum Ausdruck.
Der Gottesdienst war eine Einladung und ein Auftrag an alle im Seelsorgeraum, den Weg gemeinsam weiterzugehen, den Glauben im Alltag lebendig zu halten und die Gemeinschaft untereinander zu stärken.
Im Blickpunkt
- Das Seelsorgeraum-Führungsteam im SR Bruck an der Mur besteht aus (v. l.) Borka Simunic als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral, Propst und Pfarrer Pater Clemens Grill OSB, als Leiter des Seelsorgeraums und Karla Jöstl-Schmerda als Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung.
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- Zur einer gemeinsamen PGR-Klausur trafen sich alle Pfarrgemeinderätinnen und -räte des SR heuer im Stift St. Lambrecht. Auch ein gemeinsamer Pastoralrat wurde gebildet – mit dem Ziel, Kirche vor Ort gemeinsam, beteiligungsorientiert, synodal, ressourcenschonend und zukunftsfähig zu gestalten.
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- Zu einer gemeinsamen SR-Wallfahrt wird alljährlich eingeladen. 2024 war Mariazell das Ziel. Im Heiligen Jahr 2025 wird auf den Spuren der heiligen Bernadette gewandelt. Die SR-Wallfahrt geht nach Lourdes und Südfrankreich. Dabei werden neben dem Wallfahrtsort auch Nizza und Freiburg im Breisgau besucht.
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- Eine Handy-App des Seelsorgeraumes gibt Überblick über alle Pfarren, MitarbeiterInnen, Kontaktmöglichkeit, Gottesdienste und weitere Termine. Auch Informationen über die Angebote der Pfarrcaritas und Seelsorgliches wie z. B. Trauerbegleitung sind zu finden.
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Zahlen und Fakten
SR Bruck an der Mur
Diese sechs Pfarren gehören zum SR Bruck an der Mur: Breitenau, Bruck an der Mur, Pernegg, St. Dionysen, St. Katharein an der Laming und Tragöß.
Außerdem gibt es Krankenhausseelsorge am LKH Hochsteiermark, Standort Bruck an der Mur.
Kontakt:
HBP Borka Simunic
0676/8742 6277
borka.simunic@graz-seckau.at
HBV Karla Jöstl-Schmerda
0676/8742 6844
karla.joestl-schmerda@graz-seckau.at
SL Pater Clemens Grill OSB
0676/8742 6626
clemens.grill@graz-seckau.at
Zum pastoralen Team gehören:
Pastoralreferentin Monika Semmernegg, 0676/8742 6770, Leiterin der Krankenhausseelsorge am LKH Hochsteiermark, Standort Bruck an der Mur Manuela Krtek, 0676/8742 6636;
Vikare: Henryk Blida, 0676/8742 6055; Florian Mayer, 0676/8742 7027; Pfarrer i. R. Johann Feischl, 0676/8742 6926; Diakon Hermann Kicker, 0676/8742 6868; Kirchenmusiker Herbert Handl, 03862/51960 15
In den Pfarrkanzleien wirken mit:
Barbara Stöhr, 03862/51960
Gernot Kohlbacher, 0676/8742 6029
▶ Homepage:
sr-bruckmur.graz-seckau.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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