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Sicher im Netz unterwegs
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Das Internet ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Der Umgang damit will gelernt sein. Wie man auf Falschmeldungen aufmerksam wird, weiß die Journalistin Ingrid Brodnig. Wie wichtig digitale Kompetenzen von PädagogInnen sind, betont Bildungsforscher Lars Eichen.
Das Internet verstehen
Die 73. Internationale Pädagogische Werktagung (wir berichteten in Nr. 29) drehte sich um das „Miteinander“. Das Internet ist etwas, das uns weltweit in Sekundenschnelle miteinander verbindet. Die Cousine lebt in Kanada? Ein Video-Anruf übers Internet überbrückt tausende Kilometer, und man kann miteinander die Blumen im Garten betrachten. Internet kann Miteinander fördern. Negative Kräfte können jedoch über das Internet auch Spaltung säen, z. B. durch Falschmeldungen. Ingrid Brodnig plädiert dafür, Kinder bei der Internet-Nutzung zu begleiten. Bildungsforscher Lars Eichen blickt auf die pädagogischen Herausforderungen des Internets.
Je stärker die Emotionalität eines Beitrages, desto genauer sollte man
hinschauen!
Mag (FH) Ingrid Brodnig
ist Journalistin und Autorin.
Ihr Arbeitsschwerpunkt sind digitale Themen, wie z. B. „Hass im Netz“.
Allen Altersgruppen können Falschmeldungen im Internet begegnen. Daher ist es sinnvoll, Mechanismen zu kennen, die Falschmeldungen begünstigen. Zum Beispiel sind Falschmeldungen oft brisant, sie wecken z. B. Wut oder lösen Staunen aus. Um unseriöse Inhalte zu erkennen, ist wichtig, auf die Emotionalität und Brisanz von Inhalten zu achten. Natürlich gibt es auch Inhalte, die emotionalisierend sind, aber ebenso wahr. Nur: Je stärker die Emotionalität eines Beitrages ist, desto genauer sollte man hinschauen. Auch Bildern wird schnell zu viel Glauben geschenkt. Dabei wird viel Falsches über die Bild-Ebene verbreitet, zum Beispiel werden reale Fotos in einen falschen Zusammenhang gestellt oder Bilder über Künstliche Intelligenz erfunden. Es ist wichtig, sich im Internet zu fragen: Wer ist die Quelle einer Nachricht?
Medienkompetenz fördern
Wichtig ist, früh Medienkompetenz zu fördern. Heutige Kinder sind schon früh mit unterschiedlichen Medien konfrontiert, von Hörbüchern bis hin zu gestreamten Videos. Und es besteht die Gefahr, dass Kinder z. B. unbeabsichtigt mit verstörendem oder zumindest nicht altersgerechtem Material in Kontakt kommen – speziell, wenn sie ohne Aufsicht einer erwachsenen Person digitale Geräte nutzen. Ab dem Moment, ab dem Kinder etwa Suchmaschinen nutzen, ist es sinnvoll, dies gemeinsam mit ihnen zu tun und zu besprechen, welche unterschiedlichen Inhalte z. B. Google ihnen einblendet. Man sollte sowohl bei Kindern als auch Jugendlichen nicht davon ausgehen, dass sie von selbst dieses Verständnis haben oder entwickeln – hier kann man als erwachsene Person Einordnung bieten.
Viele Kinder im Alter von zwei Jahren haben bereits Routinen im Umgang mit digitalen Technologien.
Univ.-Prof. Dr. Lars Eichen
leitet das Institut für Bildungsforschung und PädagogInnen-Bildung an der Universität Graz.
Digitale Technologien sind heute in nahezu allen Lebensbereichen allgegenwärtig. In den vergangenen zehn Jahren ist die Nutzung digitaler Technologien durch Kinder nicht nur deutlich angestiegen – sie beginnen auch immer früher damit. Viele Kinder im Alter von zwei Jahren haben bereits feste Routinen im Umgang mit digitalen Technologien.
Für pädagogische Fachpersonen ergeben sich daraus vielfältige Herausforderungen. Sie benötigen selbst Kenntnisse und praktische Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen digitalen Technologien. Ihre eigenen digitalen Kompetenzen werden somit zu einem zentralen Aspekt. Dies gilt besonders deshalb, weil digitale Technologien nicht nur im direkten pädagogischen Alltag mit Kindern, sondern auch in anderen Arbeitsfeldern eine Rolle spielen.
Digitale Bildung im Kindergarten
Doch welche digitalen Kompetenzen werden konkret benötigt – und wie kann eine erste Auseinandersetzung damit aussehen? Da es bisher kein allgemein anerkanntes Kompetenzmodell für elementarpädagogische Fachpersonen gibt, erscheint es sinnvoll, sich zunächst über die Ziele digitaler Kompetenzentwicklung bei Kindern zu verständigen. Um diese Ziele erreichen zu können, ist es hilfreich, die eigenen Voraussetzungen im Umgang mit digitalen Technologien zu reflektieren. Dazu gehören unter anderem persönliche Einstellungen, Ziele, Überzeugungen, Emotionen und die Fähigkeit zur Selbstregulation bezogen auf digitale Technologien. Diese Faktoren können als bedeutsam für die elementarpädagogische Arbeit im Bereich digitaler Bildung angesehen werden
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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