Leserbriefe
Die Kirche in Corona-Zeiten

Die Desinfektion beim Kircheneingang und die Sorge um die Abstandsregeln können ein wichtiger Beitrag dazu sein, dass niemand wegen der Corona-Angst dem Gottesdienst fernbleibt.

In solchen Krisenzeiten besteht die Tendenz, dass die sozialen Aktivitäten und das bewundernswerte Engagement vieler auch nicht-christlicher Gruppierungen in den Mittelpunkt gerückt werden. Zu Recht: „Denn nur wo die Güte und die Liebe wohnt, wohnt der Herr“. Die Verantwortung des Einzelnen der Gemeinschaft gegenüber war schon immer ein wesentlicher Teil der christlichen Philosophie.

Dennoch ist es auch Aufgabe der Kirche, das Transzendenzbewusstsein zu stärken. Die Rede vom Jenseits, vom Himmel, von der Auferstehung ist keine Vertröstung auf später und bremst nicht das soziale Engagement. Ganz im Gegenteil: Der kranke Mitmensch ist Gottes Geschöpf. Daher machen Sätze wie „Ich kann nicht tiefer fallen als in die Hand Gottes“ oder die Psalmentexte vom guten Hirten u. a. einen großen Sinn. Christen haben nicht nur die Aufgabe zu helfen, sondern ein Gefühl der Gelassenheit und Geborgenheit zu vermitteln, das über die Erfahrung menschlicher Zuwendung weit hinausgeht. Ohne dieses Transzendenzbewusstsein besteht die Gefahr, dass wir uns von der Sorge um Gesundheit, materielle Absicherung, soziale Anerkennung … versklaven lassen.
Ingomar Tratz, Graz

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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