Diözesanmuseum Graz
Ort zum Staunen und Fragen

Diözesanmuseums-Direktor und Diözesankonservator der Diözese Graz-Seckau in einer Person, Heimo Kaindl, bei der ersten Führung durch die Jubiläumsausstellung „Himmlisch Irdisch“ zu 90 Jahre Diözesanmuseum Graz.
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  • Diözesanmuseums-Direktor und Diözesankonservator der Diözese Graz-Seckau in einer Person, Heimo Kaindl, bei der ersten Führung durch die Jubiläumsausstellung „Himmlisch Irdisch“ zu 90 Jahre Diözesanmuseum Graz.
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90 Jahre Diözesanmuseum feiert das kirchliche Museum in Graz auch mit einer Jubiläumsausstellung mit 90 Ausstellungsobjekten. Ein Blick in die Geschichte und Gegenwart.

Mit 90 Positionen unter dem Titel „Himmlisch Irdisch“ feiert das Diözesanmuseum Graz 2022 sein 90-jähriges Bestehen. 90 Ausstellungsstücke laden zum Hinsehen, Betrachten, Staunen und Fragen ein. Von A wie „Absichtserklärung“ und einer Ewiglichtampel über G wie „Gebrauchskunst“ und einer Gips-Marienstatue bis Z wie „Zeitreise“ und einer kunstvollen Säulenuhr versammelt die Jubiläumsausstellung zu 90 Begriffen (außer-)gewöhnliche Stücke und zeichnet damit bunte Bilder der vielfältigen Aufgaben eines kirchlichen Museums, unmittelbar verknüpft mit der kirchlichen Denkmalpflege.

Damit ist bereits eine Besonderheit des Diözesanmuseums Graz angesprochen – die Verquickung zweier Aufgabenbereiche: Das Diözesankonservatorat als Stelle der kirchlichen Denkmalpflege, die „das Wissen über alle künstlerischen und kulturellen Gegenstände in den Kirchen der Steiermark“ hüte, wie Bischof Wilhelm Krautwaschl in seinem Vorwort im Katalog zur Jubiläumsausstellung formuliert. Und dazu die Museumsarbeit mit ihren Grundaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln, so Heimo Kaindl. In ihm kumulieren beide Aufgabenbereiche: Direktor des Diöesanmuseums und Diözesankonservator.

Ebenso abwechslungsreich wie die Jubiläumsausstellung gestaltete sich die Geschichte des Diözesanmuseums Graz, das am 15. Oktober 1932, in der Amtszeit von Fürstbischof Ferdinand Stanislaus Pawlikowski, gegründet wurde. Erster Standort war der Grazer Dom – in drei übereinanderliegenden Kapellen. Nach Einschränkungen des Betriebes im Zweiten Weltkrieg und nachdem Kriegsschäden behoben waren, wurde das Museum 1948 wieder geöffnet, verfiel aber bald in eine Art Dornröschenschlaf. Durch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1963–1965) sozusagen wachgeküsst, übersiedelte es ins Grazer Minoritenkloster, wo Bischof Johann Weber es nach umfangreichen Umbauarbeiten 1981 offiziell wieder eröffnete. Durch das Auslaufen des Mietvertrages im Minoritenkloster musste sich das Museum 2008 auf die Suche nach einem neuen Standort machen. Gefunden wurde dieser in den Erdgeschoßräumen des Grazer Priesterseminars in der Bürgergasse 2 (Eingang gegenüber dem Schauspielhaus), also wieder zurück zu den Wurzeln in die Nähe des Domes, mitten in der Grazer Stadtkrone.

Die Vermittlungstätigkeit des Diözesanmuseums bietet neben den jeweils aktuellen Ausstellungen individuell buchbare Programme. Vor allem die Workshops für Firmgruppen und Erstkommunionkinder erfreuen sich großer Beliebtheit. Außerdem hält das Vermittlungsteam für jede Ausstellung Führungen und ein interaktives museumspädagogisches Programm für Kindergruppen und Schulklassen bereit – immer abgestimmt auf Alter und Wissensstand der jungen MuseumsbesucherInnen. Auch Führungen durch Bischofhof, Priesterseminar und Dom können im Diözesanmuseum gebucht werden.

„Das Diözesanmuseum Graz ist ein Bekenntnis zur kirchlichen Kulturguterhaltung und zum Glauben“, ist Prälat Leopold Städtler, langjähriger Kustos des Diözesan-museums, überzeugt. Ein kirchliches Museum biete große pastorale Chancen, denn „in ein Museum geht bald jemand“, und er fügt hinzu: „Außerdem ist das Diözesanmuseum ein Ort, an dem man sich daheim fühlt.“

Katharina Grager

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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