Mutworte - Christa Carina Kokol
Mut-Tüte
- Foto: Neuhold
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Eine Frau fragt das Kind, hast du schon eine Schul-tüte? Sagt es stolz, ich krieg bestimmt eine Mut-Tüte. Verwundert schaut sie es an. Ganz selbstverständlich klärt das Kind auf. Inspiriert ist die Mut-Tüte von der Geschichte eines Buben, der für den ersten Schultag eine erhält. Darin befinden sich Symbole, die für gute Wünsche stehen, die innerlich stärken sollen für den Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Zum Beispiel ein Kleeblatt, da Glück auch in der Schule wichtig ist.
Das Kind erzählt dann von seinen Wünschen, die es in seiner Tüte haben will. Erstaunt lausche ich als Danebenstehende und schweife gedanklich zu den vielen Übergängen, die ich im Laufe des Lebens hatte. Ich denke, so eine Mut-Tüte wäre wohl öfters nützlich, und überlege mir meine Wünsche. Das ist zunächst gar nicht so einfach wie ich dachte, und doch, es kommen welche.
Sind Mut-Tüten nicht zum Verschenken? Wer könnte eine brauchen? Da fällt mir eine junge Frau ein, die in eine andere Stadt zieht; ein Bekannter, der vor einer OP steht; eine Mutter, die nach der Karenz zu arbeiten beginnt etc. Laut höre ich das Kind sagen, ja auch Süßes kommt rein! Ich wünsche viele mutmachende Wünsche – mit oder ohne Tüte, für Groß und Klein.
Sabine Petritsch ist Theologin und zertifizierte Pastoralpsychologin.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.