Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Josefs Rezept: Erst denken, dann handeln

Kaiser Leopold I. hat einst der Steiermark und allen innerösterreichischen Ländern den heiligen Josef zum Patron gegeben. Als in der Zeit rund um das Zweite Vatikanische Konzil das durch die Politik der Zwischenkriegszeit gestörte Verhältnis zwischen Kirche und Arbeiterschaft umzugestalten war, wurde Josef zum Patron der Arbeitenden gewählt und zum Heiligen nicht nur des 19. März, sondern auch des 1. Mai.
Von Josef überliefern die Evangelien kein wörtliches Zitat. Sie wollen ihn damit aber nicht zum großen Schweiger stempeln. Vielmehr ist Josef ein Vorbild für den Vorrang des Handelns vor dem Reden.
Josef ergreift die Initiative. Er geht mit der schwangeren Maria nach Betlehem. Er bricht auf nach Ägypten, um die Seinen vor Verfolgung zu schützen. Er weiß, wann es Zeit ist, wieder heimzukehren.
Von Josef wird aber auch berichtet, dass er Maria nach Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft verlassen wollte. Doch er reagiert nicht aus spontaner Empörung, er ringt mit diesem Gedanken. Und da kommt ihm ein Traum zu Hilfe, in dem er die Stimme Gottes erkennt und damit seine Rolle in Gottes Plänen. Josef ändert seinen Entschluss und bleibt bei Maria und dem Kind. Auch bei der Flucht nach Ägypten und der Heimkehr hört er auf Botschaften aus seinem Innern. Er denkt nach, bevor er handelt.
So können viele im Landespatron der Steiermark auch einen persönlichen Patron finden. Ein Vorbild für ein Handeln, ohne viel zu reden. Aber auch ein Vorbild für gründliches Nachdenken, bevor man handelt.

Herbert Meßner, Chefredakteur

Autor:

Ingrid Hohl aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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