Positionen
Erdbeerkuchen
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Ein Wiedereintritt in die Kirche müsse gut überlegt sein – denn dann wäre „Schluss mit dem bequemen Leben“, sagte die junge Frau mit einem Stück Erdbeerkuchen in der Hand, „so was ist ja auch eine Aufgabe“. Soeben hatte sie im Gespräch bei der Gartenparty von meiner Arbeit in der katholischen Kirche gehört. Ihre Worte pieksen ein wenig, wenn ich daran denke. So ein kleiner Stachel kann in einem routinierten Kirchenleben Kratzer verursachen.
Man mag ohne Zutun in die Kirche hineingerutscht sein; man bleibt, weil man eh schon eingelebt ist oder sich immer wieder bewusst dafür entscheidet; gelegentlich mag man mit dem Gedanken des Austritts spielen oder später, wenn es naheliegend scheint, an Rückkehr denken.
Immer aber gibt es diese spürbare Schneise, die man nicht einebnen kann: zwischen Geschenk und Aufgabe. Zwischen dem Staunen über die Frohbotschaft: dass man völlig unverdienbar angenommen ist, was einen positiven Blick auf Welt und Menschen ermöglicht. Und der Aufgabe, dieses Geschenk auch andere spüren zu lassen. Wie? An jedem Tag neu. Jene nicht missachten, die uns nicht nahestehen. Zum Beispiel.
Menschen so begegnen, als würde der Heilige Geist den Raum zwischen uns bewohnen und sich darin wohlfühlen können.
Elisabeth Wimmer
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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