Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Die gute Nachricht
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Aufstehen, Zähnebürsten, Radio an: Dieser Rhythmus prägt seit vielen Jahren den Start in meinen Arbeitsalltag. Um genau zu sein: hat ihn geprägt. Denn vor kurzem habe ich beschlossen, das Radio vor dem Frühstück nicht mehr einzuschalten – zu bedrückend sind viele Informationen aus dem Lautsprecher. Doch ist das die Lösung? Sind „keine“ Nachrichten die einzig guten Nachrichten für mich?
Ich blättere in Gedichten und Gebeten, die ich mag, und merke: Auch in anderen Texten ist nicht immer alles eitel Wonne – und schon gar nicht in der Bibel. Und dennoch: ChristInnen gilt das Evangelium – ganz wie das griechische Wort es meint – als „Frohbotschaft“, die jede Drohbotschaft hintanstellt und vermittelt: „Du bist geliebt. Fühle dich eingeladen, in Liebe, Hoffnung und Vertrauen darauf dein Leben zu bestreiten.“ Dazu gehört dann wohl auch, die schlechten Nachrichten des Alltags in gute umzumünzen, denke ich. Nicht, alles Schlechte schönreden. Aber versuchen, weiter am Guten festzuhalten. Das ist nicht immer leicht, erfordert Kraft und ist in Krisen schwer.
Ach ja: Nicht immer sind gute Nachrichten als solche gut erkennbar. Getarnt als freundschaftliche Geste oder liebes Wort umgeben sie uns aber öfter, als wir denken. Vielleicht schalte ich morgen früh mein Radio ja wieder ein...
Anna Maria Steiner, Redakteurin
anna.steiner@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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