Mutworte - Kardinal Christoph Schönborn
Christus klopft an
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Was hat Franziskus gemacht nach seiner Wahl? Die erste Reise in Italien war nach Lampedusa. Nicht nach Assisi oder Loretto, alles wunderbare Heiligtümer in Italien. Nein, er fuhr auf diese Insel, wo die Flüchtlinge versuchen, italienischen Boden zu erreichen und damit in die Freiheit und in eine bessere Zukunft zu kommen. Es wurde ihm oft vorgeworfen, dass er naiv ist. Aber er war unerbittlich. Wie oft hat er gesagt: „Die Kirche muss an die Peripherie gehen.“ (...)
Während des Prä-Konklave, also in den neun Tagen vor dem Konklave, wo die Kardinäle jeden Tag zusammentreffen – das wird jetzt auch beim nächsten Konklave wieder so sein – hat Kardinal Bergoglio eine kurze Rede gehalten, die wohl so prägend und so erschütternd war, dass manche von uns Kardinälen gedacht haben, er ist der nächste Papst. Da hat er Folgendes gesagt: „Jesus hat gesagt, ich stehe an der Tür und klopfe an.“ Und dann hat er hinzugefügt: „Ja, Christus klopft wieder an die Tür, aber er klopft von innen an die Tür und sagt: „Macht sie auf, öffnet die Türen, geht hinaus zu den Menschen.“ Das hat wohl manche bewogen, ihm die Stimme zu geben.
Gedanken aus seiner Predigt am Ostermontag beim „Kleinen Requiem“ für Papst Franziskus im Wiener Stephansdom.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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