Steirische Missionare - Teil 18
Zur Not auch hoch zu Ross

P. Thomas zusammen mit einem Mitbruder (mit Kappe) aus Polen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pfarre Rejeng vor dem Pfarrhaus. Fotos: privat
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  • P. Thomas zusammen mit einem Mitbruder (mit Kappe) aus Polen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pfarre Rejeng vor dem Pfarrhaus. Fotos: privat
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Katharina Grager

Pater Thomas Krump erinnert sich noch gut an seine Ankunft in Indonesien im Jahr 1962. Er war mit zwei neuen Puch-Fahrrädern im Gepäck angereist, die ihm die damalige Grazer Firma gesponsert hatte. Doch als er die unwegsame, scheinbar undurchdringliche Dschungel-Landschaft und die hohen Berge der Insel das erste Mal mit eigenen Augen sah, schickte er die beiden Drahtesel per Schiff wieder nach Hause. Stattdessen sattelte er echte Pferde und besuchte bis in die späten achtziger Jahre seine Pfarrgemeinden ausschließlich hoch zu Ross. Ab 1990 baute die Regierung langsam gute Straßen und Brücken. Inzwischen hat er ein Auto vom Hilfswerk Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft, kurz MIVA. Das hat seine Arbeit deutlich erleichtert.

Der geborene Budapester, der mit seiner Familie 1944 nach Österreich geflüchtet ist, hat 52 Jahre lang die Missionspfarre Rejeng geleitet, bis er sie 2017 an einen jüngeren Priester übergeben hat. Als wichtige Hilfe bei seiner Arbeit nennt er seinen Kaplan, die Aushilfspriester, die Pfarrgemeinderäte, Katechistinnen und Katechisten sowie Lehrerinnen und Lehrer. Denn die Pfarre Rejeng ist eine große Pfarre, betont P. Krump. 20.000 Pfarrmitglieder verteilen sich auf sieben Kirchen und Kapellen, 17 Grundschulen und vier Mittelschulen. Es gibt ein Hauptzentrum und sechs Außenstationen mit vier Zweigstellen. Da nicht jeden Sonntag in jeder Außenstation Eucharistie gefeiert werden kann, werden dort sonntags auch Wortgottesdienste gehalten. Das sind die Leute hier so gewohnt, erzählt P. Thomas. Aber bei besonderen Anlässen laden sich die Menschen einen Priester ein, um in ihren Häusern die heilige Messe zu feiern, zum Beispiel wenn jemand gestorben ist. Auch wenn P. Thomas die Pfarre offiziell schon übergeben hat, wird er weiter dort bleiben: „Ich sehe, ich werde noch gebraucht bei so vielen Katholiken, Erwachsenen wie Kindern.“

2017 feierte die Pfarre ihr 100-jähriges Bestehen. 1917 wurde der erste Einheimische getauft. Danach wuchs die Zahl der Katholiken schnell an, berichtet der Steyler Missionar: „Die Menschen hier haben den katholischen Glauben gern angenommen, weil er eine Fortführung ihres bisherigen Glaubens war. Schon von früher her haben die Leute hier in Westflores an einen Gott geglaubt, an gute und böse Geister, aber auch an ein Weiterleben nach dem Tod.“ Aus seiner langjährigen Erfahrung beschreibt P. Krump auch, dass die früheren Traditionen, mit einigen Ausnahmen, gut vereinbar mit dem katholischen Glauben sind.

Im bergigen Gebiet der Insel sind die meisten Leute Reisbauern. Sonst werden auch Kaffee, Gewürznelken, Bananen und Mais angebaut. Doch die Natur lässt nicht immer alles gleich gut gedeihen. Einmal wehen starke Winde und knicken die Stauden der Bananen und Gewürznelken um. Ein anderes Mal schreibt P. Thomas Krump von wochenlangen Regenfällen, die zwar dem Reis gut tun, aber dem Mais schaden. Auch den Klimawandel bekommen die Menschen auf Indonesien zu spüren. In den vergangenen Jahrzehnten wurden tausende Hektar von tropischen Urwäldern durch unrechtmäßiges Abholzen zerstört. „Die Abholzung im großen Maßstab hat auch zur Erderwärmung beigetragen“, ist sich P. Thomas Krump sicher. Daher hat die Regierung und haben die Bischöfe Indonesiens zur intensiven Aufforstung aufgerufen: „Unser Bischof der Diözese Ruteng hat alle 60 Pfarren aufgerufen, in jeder Pfarre wenigstens tausend Bäume zu pflanzen in diesem Jahr“, berichtet P. Krump bereits im Jahr 2008.

„Obwohl die Leute hier sehr fleißig sind, gibt es doch noch viele Arme, die der Hilfe bedürfen“, erzählt der Missionar. „Gott sei Dank gibt es in unserer Gegend zur Zeit keine Unruhestifter. Wir können in Frieden mit den anderen Glaubensgemeinschaften zusammenleben.“

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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