Kirche Österreich
Werte fürs Leben

„Wert.schätzen“ stand als Schwerpunktthema über der Internationalen Pädagogischen Werktagung 2026. Veranstalter waren das Katholische Bildungswerk Salzburg in Kooperation mit der Paris Lodron Universität Salzburg, der Pädagogischen Hochschule Stefan Zweig sowie der Caritas Österreich. | Foto: KNA
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  • „Wert.schätzen“ stand als Schwerpunktthema über der Internationalen Pädagogischen Werktagung 2026. Veranstalter waren das Katholische Bildungswerk Salzburg in Kooperation mit der Paris Lodron Universität Salzburg, der Pädagogischen Hochschule Stefan Zweig sowie der Caritas Österreich.
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Wert.schätzen. Auf der Fachtagung in Salzburg wurde gefragt, wie Wertebildung bei jungen Menschen gelingen kann.

Sie ziehen sich wie eine Richtschnur durch das Leben, formen den Charakter mit und ändern sich im Lauf der Zeit manchmal gewaltig: Werte. In Form von Regeln und Überzeugungen vermitteln sie Menschen, was „wichtig“ und was „richtig“ ist. Bei der diesjährigen Internationalen Pädagogischen Werktagung (IPWT) in Salzburg standen sie im Mittelpunkt. Von 15. bis 17. Juli wurde gefragt, wie die Bildung von Werten bei jungen Menschen gelingen kann.

Vorbildwirkung. Werte können nicht allein vermittelt, sondern müssen vorgelebt und verkörpert werden – so lautete eine zentrale Erkenntnis der Tagung mit dem Titel „Wert.schätzen“.
Bereits im Eröffnungsvortrag betonte der Sozialphilosoph Hans Joas, dass Ethikunterricht allein nicht ausreiche und es Vorbilder brauche. Diese These wurde in den folgenden Tagen aus theologischer, pädagogischer und zuletzt psychologischer Perspektive vertieft. Die Bedeutung von Wertschätzung betonte auch Sven Steffes-Holländer, Facharzt für Psychosomatische Medizin, in seinem Vortrag. Dabei fokussierte er auf den Leistungs- und Erwartungsdruck in der pädagogischen Arbeit.

Dass Wertschätzung in der Teamkultur relevant wird, beobachtete auch Simone Breit, Hochschulprofessorin für Elementarpädagogik. Werte würden nicht durch Belehrung entstehen, sondern in Beziehungen. Klaus Wolf, Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik aus Hamburg, ergänzte, dass junge Menschen Beziehungen Erwachsener wahrnehmen und davon lernen. Deshalb sollten Erwachsene sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein und Machtverhältnisse in ihren Beziehungen reflektieren. Die Wiener Theologin Regina Polak betonte, dass Werte stets interessensgeleitet sowie politisch und ökonomisch geprägt sind. Am Beispiel des Nationalsozialismus verdeutlichte sie, dass etwa der Wert „Pflicht“ zu blindem Gehorsam werden könne, der Ideologien stützt.

„Wertschätzung führt in die Verantwortung“, sagte IPWT-Präsident Andreas Paschon. Deshalb wird der Schwerpunkt im kommenden Jahr auf „Verantwortung“ liegen. | Foto: eds/ Naghshi
  • „Wertschätzung führt in die Verantwortung“, sagte IPWT-Präsident Andreas Paschon. Deshalb wird der Schwerpunkt im kommenden Jahr auf „Verantwortung“ liegen.
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Die Bildungssoziologin Gudrun Quenzel zeigte auf, dass junge Menschen heute aufgrund technologischer Umbrüche und gesellschaftlicher Trends wie Individualisierung oder Selbstoptimierung verstärkt Sicherheit, Stabilität und materiellen Wohlstand suchen – während idealistische Werte an Bedeutung verlieren würden.

Wertschätzen statt bewerten. Den Schlusspunkt setzte der Vorarlberger Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller. Wertschätzung bezeichnete er als „psychisch-emotionale Muttermilch“ und als „verdünnte Liebe“, die für das gesellschaftliche Zusammenleben unverzichtbar sei, im Alltag jedoch oft fehle. Er stellte fest, dass Narzissmus am Beginn des 20. Jahrhunderts noch als Krankheit galt, heute aber „gesellschaftliches Ideal“ sei. Sein Plädoyer: Weniger werten, mehr wertschätzen.“

eds/Redaktion

Pädagogische Fachtagung
Auf der internationalen Fachtagung wurden heuer zum 74. Mal Forschungsergebnisse präsentiert und vertieft. Etwa 400 PädagogInnen nutzten die drei Tage wieder für Weiterbildung, Dialog und Austausch in den Bereichen Bildung, Lernen und Erziehung.

„Wert.schätzen“ stand als Schwerpunktthema über der Internationalen Pädagogischen Werktagung 2026. Veranstalter waren das Katholische Bildungswerk Salzburg in Kooperation mit der Paris Lodron Universität Salzburg, der Pädagogischen Hochschule Stefan Zweig sowie der Caritas Österreich. | Foto: KNA
„Wertschätzung führt in die Verantwortung“, sagte IPWT-Präsident Andreas Paschon. Deshalb wird der Schwerpunkt im kommenden Jahr auf „Verantwortung“ liegen. | Foto: eds/ Naghshi
Gudrun Quenzel | Foto: eds/ Naghshi
Hubert Wolf | Foto: eds/ Naghshi
Simone Breit | Foto: eds/ Naghshi
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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