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Weihe von Josef Grünwidl zum Erzbischof von Wien

Der neugeweihte Erzbischof von Wien stellte sich in seiner Ansprache nach dem Gottesdienst den Menschen als „Josef, euer Bruder“ vor. | Foto: Erzdiözese Wien
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Ein Ton in Gottes Melodie

Erzbischof Josef Grünwidl setzte bei seiner Bischofsweihe erste Akzente: breite Beteiligung und schlichte Insignien.

Während am Samstag, dem 24. Jänner, kurz vor 14 Uhr in der ganzen Erzdiözese Wien die Kirchenglocken läuteten, ging Josef Grünwidl gemeinsam mit rund 60 Jugendlichen von seinem Arbeitsplatz, dem Erzbischöflichen Palais, zum Stephansdom, wo er wenig später von Kardinal Christoph Schönborn die Bischofsweihe empfing und offiziell das Amt als Erzbischof von Wien übernahm. Tausende feierten diesen festlichen Gottesdienst vor Ort oder vor Fernseh- und Radiogeräten mit.

Breite Beteiligung. Vieles in dieser Feier zeugte von der Handschrift des neuen Erzbischofs: Bevor der Gottesdienst im Stephansdom begann, nahm Grünwidl sich kurz Zeit für ein Gebet vor dem Gnadenbild der Madonna von Pötsch. In der Mitte des Domes erwartete ihn danach bereits Kardinal Schönborn am Taufbecken zur Tauferinnerungsfeier. Ein Priester, ein Diakon, eine Religionslehrerin und eine Pastoralreferentin wurden von dort ausgesandt, alle Mitfeiernden mit Weihwasser zu segnen. Eine Seelsorgerin aus dem Weinviertel verlas das päpstliche Ernennungsschreiben. Breite Beteiligung – von Frauen, Jugendlichen und Kindern – durchzog die gesamte Liturgie.

„Du hast dieses Amt, zu dem du heute die Weihe erhältst, wirklich nicht angestrebt“, begann Kardinal Schönborn seine Predigt mit hörbarem Schmunzeln. Denn Grünwidl hatte dem Papst vorerst ausrichten lassen, dass er nicht bereit sei, Erzbischof von Wien zu werden. Nach Bedenkzeit, und auch auf Bitten von Menschen aus der Diözese, sei er schließlich soweit gekommen, „aus ganzem Herzen Ja sagen zu können“.

Vom "hörenden Herzen" predigte Kardinal Schönborn. | Foto: Erzdiözese Wien
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Ein hörendes Herz. Die Lesung aus dem Buch der Könige drücke aus, was sich Josef Grünwidl für seinen Dienst als Bischof erbitte, so Kardinal Schönborn. Mit den Worten „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz“, bittet dort König Salomon um die Gabe der Unterscheidung. „Nach 30 Jahren im bischöflichen Dienst kann ich sagen, dass das bei weitem die wichtigste Gabe in jedem Amt der Leitung ist, von den Eltern ihren Kindern gegenüber bis zu allen Formen von Leitung“, so der Kardinal.

Dass Grünwidl ein passionierter Kirchenmusiker ist, zeigt sich an seinem Wahlspruch „Nehmt Gottes Melodie in euch auf!“, den Orgelpfeifen in seinem Wappen und der musikalischen Gestaltung der Feier, die zum Mitsingen einlud. Die ganz jungen Stimmen der Domsingschule beschenkten den begeisterten Organisten mit dem Lied „Du bist ein Ton in Gottes Melodie“.

Erzbischof Josef Grünwidl setzte auf Schlichtheit bei seinen bischöflichen Insignien. Nur die Mitra wurde maßangefertigt - denn "sie müsse passen" meinte er mit einem Schmunzeln. Der Stab gehörte einst Weihbischof Helmut Krätzl, dessen Zeremoniär Grünwidl als junger Priester war. Der Ring ist "von der Stange". Das Brustkreuz eine Kopie des silbernen Kreuzes von Papst Franziskus.  | Foto: Erzdiözese Wien
  • Erzbischof Josef Grünwidl setzte auf Schlichtheit bei seinen bischöflichen Insignien. Nur die Mitra wurde maßangefertigt - denn "sie müsse passen" meinte er mit einem Schmunzeln. Der Stab gehörte einst Weihbischof Helmut Krätzl, dessen Zeremoniär Grünwidl als junger Priester war. Der Ring ist "von der Stange". Das Brustkreuz eine Kopie des silbernen Kreuzes von Papst Franziskus.
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In der Hand den schlichten Hirtenstab, der einst Weihbischof Helmut Krätzl gehörte, stellte sich der neugeweihte Erzbischof als „Josef, euer Bruder“ vor. Und er lud ein: „Jede und jeder Einzelne ist ein tragender, wichtiger Ton, und gemeinsam sind wir ein Lied. Miteinander können wir die Melodie Gottes, sein Liebes- und Friedenslied, sein Protestlied und sein österliches Hoffnungslied zum Klingen bringen.“

Katharina Grager

„Der Herr segne dich“ - In einer bewegenden Szene segneten rund 20 VertreterInnen verschiedener christlicher Kirchen den neugeweihten Erzbischof am Ende des Gottesdienstes mit dem 
aaronitischen Segen (Num 6,24-26).  | Foto: Erzdiözese Wien
  • „Der Herr segne dich“ - In einer bewegenden Szene segneten rund 20 VertreterInnen verschiedener christlicher Kirchen den neugeweihten Erzbischof am Ende des Gottesdienstes mit dem
    aaronitischen Segen (Num 6,24-26).
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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