Weltkirche
Von Madrid zum Meer
- 30.000 gelbe und weiße Nelken schmückten den Weg der Fronleichnamsprozession, die Papst Leo XIV. am 7. Juni nach seiner Messe vor dem Madrider Rathaus anführte; Hunderttausende begleiteten den Umzug.
- Foto: KNA
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Nach sieben Tagen, 7000 Kilometern und 22 Ansprachen endet für Papst Leo XIV. eine intensive Spanienwoche.
Papst Leo XIV. reiste vom 6. bis 12. Juni durch Spanien – von Madrid über Barcelona bis auf die Kanaren. Für den seit einem Jahr amtierenden Papst ist es der erste EU‑Besuch außerhalb Italiens.
Leo XIV., erster US‑Amerikaner im Papst-amt und langjähriger Seelsorger in Peru, spricht fließend Spanisch – eine Nähe, die ihm half, das vom Vatikan formulierte Ziel des Besuchs umzusetzen: Kultur und Politik ins Gespräch zu bringen und Brücken zu bauen.
Auftakt in Madrid
Madrid erlebte zum Papstbesuch ein Ausnahmewochenende: Leo XIV. prägte das Stadtbild, während weitere Großevents für zusätzlichen Andrang sorgten – und das größte Sicherheitsaufgebot der Stadtgeschichte nötig machten.
Leo XIV. wurde am Samstag von König Felipe VI. und Königin Letizia herzlich empfangen, bevor er im Parlament über das Lebensrecht der Ungeborenen, die Lage der Migranten und die Verantwortung Europas sprach. Spaniens Bischöfe mahnte er zu entschlossener Missbrauchsaufarbeitung; sexueller Missbrauch sei eine „Pest“. Am Abend füllte Papst Leo XIV. das Bernabéu‑Stadion mit 80.000 Menschen, wo er seine Rede mit einem augenzwinkernden Fußball‑Scherz eröffnete: Die Kirche von Madrid habe an diesem Tag „ein großartiges Tor geschossen“.
Kunst und Kirche in Barcelona
Erste Station in Barcelona ist die nicht mit der weltbekannten Sagrada Família zu verwechselnde Kathedrale des Heiligen Kreuzes und der Heiligen Eulalia. Dort leitete der Papst zur Mittagszeit im Beisein von Barcelonas Erzbischof Kardinal Juan José Omella einen Wortgottesdienst. Am Dienstagabend folgte ein Gebetstreffen im Olympiastadion.
In der Sagrada Família segnete Leo XIV. den neuen Christus‑Turm, der mit 172,5 Metern der höchste Kirchturm der Welt ist, bewusst am 10. Juni – dem 100. Todestag Antoni Gaudís. Dort traf der Papst auch Kulturschaffende, sprach über die spirituelle Kraft von Kunst und erhielt einen eigens gestalteten Hirtenstab im Stil Gaudís, des visionären Architekten der Basilika.
Schlusspunkt auf den Kanaren
Zum Abschluss reiste Leo XIV. auf die Kanaren, wo die Realität der Migration an Europas Außengrenze im Mittelpunkt stand. Der Papst traf Geflüchtete und Helfende, hörte Geschichten von lebensgefährlichen Überfahrten mit Booten über die Atlantikroute und sprach über Würde, Schutz und Verantwortung. Die Begegnungen auf den Inseln Gran Canaria und Teneriffa bildeten den humanitären Schlusspunkt dieser Reise – fernab großer Bühnen, nah an den Menschen, deren Schicksale Europa seit Jahren herausfordern.
Quelle: Kathpress, Redaktion: M. Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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