Sei So Frei – KMB Steiermark
Völker unterstützen

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Die Hüter des Waldes

Adventsammlung der KMB.
Um das Überleben der Indigenen in Amazonien zu unterstützen.

Fast eine Million Menschen in Brasilien – mehr als 300 Völker – sind indigen. Viele haben Kontakt zum modernen Brasilien, manche versuchen für sich zu bleiben. Sie alle leben in engem Einklang mit der Natur von dem, was der Regenwald ihnen bietet. Vor mehr als 30 Jahren wurden ihnen 1300 Territorien versprochen, die ihnen gehören sollten. Doch die traurige Realität ist: Die meisten sind bis heute weder vermessen noch gewidmet. Die Regierung rund um Präsident Jair Bolsonaro gibt sogar bestehende Schutzgebiete rücksichtslos für Holz-, Agrar-, Bergbau und andere wirtschaftliche Ausbeutungen frei. Mit brutalen Mitteln wird die indigene Bevölkerung systematisch bekämpft, von ihrem Land vertrieben, bedroht und getötet. Ihr Land wird ihnen wegen wirtschaftlicher Interessen gestohlen, die bislang noch intakten Wälder ohne Skrupel abgeholzt, als gäbe es kein Morgen, keinen Klimawandel. Ihnen bleibt nur, an die internationale Gemeinschaft zu appellieren. „Sei So Frei“ kämpft gemeinsam mit Bischof Erwin Kräutler und CIMI, dem Rat für indigene Völker Brasiliens, an ihrer Seite.

Mutter Erde, unsere Heimat
„Gemeinsam verteidigen wir die Würde der Indigenen, ihre Rechte, ihre Mitwelt, unser gemeinsames Zuhause auf Mutter Erde. Ökologie – aus dem Griechischen oikos – bedeutet Heimat. Diese Menschen wissen sehr gut, dass sie nicht überleben werden, wenn Amazonien weiterhin missachtet und dem Erdboden gleichgemacht wird“, erklärt Bischof Erwin Kräutler alarmierend in seiner Dankesrede zur Verleihung des Alternativen Nobelpreises.
Der Widerstand gegen diese Umstände braucht viel Zeit und Aufwand. Seit vielen Jahren steht die Aktion „Sei So Frei“ der Katholischen Männerbewegung CIMI in diesem Kampf bei. Lange Jahre war Bischof Erwin Kräutler Präsident dieses Rates. Er widmet sein Leben immer noch dem Schutz der bedrohten Völker und ihrem Land. CIMI setzt sich dafür ein, dass das in der brasilianischen Verfassung verankerte Recht der Indigenen auf ihr Land umgesetzt wird. Dafür braucht es Rechtsbeistand und Anwälte, die das durchfechten. Indigene Führungspersönlichkeiten werden ausgebildet, die Öffentlichkeit auf das erlittene Unrecht und die Zerstörung ihrer Heimat aufmerksam zu machen.

Die Größe von Österreich
Die widerständige Arbeit von CIMI ist dringend notwendig, denn immer größere Flächen Regenwald werden abgeholzt. Der Unterschied zu früher: Die verlorengegangenen Gebiete werden größer. Rund 600 Millionen Bäume wurden im vergangenen Jahr auf einer Fläche von etwa 11.000 km² in Amazonien gefällt. Im Vergleich dazu: Die Steiermark ist etwas mehr als 16.000 km² groß.
Unterstützen Sie uns und Bischof Erwin Kräutler dabei, 46 indigene Gebiete, die der Größe Österreichs entsprechen, den dort lebenden Völkern zu übergeben und sie somit nachhaltig zu schützen und zu retten.

Thomas Klamminger

ORIGINALTON

Liebe Schwestern und Brüder!
Amazonien ist heute in den Blickpunkt des Weltinteresses getreten, insbesondere weil das Gebiet eine klimaregulierende Funktion für den ganzen Planeten Erde hat. Der Regenwald ist die Mitwelt von Völkern, die dort leben. Und für diese Völker machen wir uns stark, damit sie leben und überleben können. Es ist unser Auftrag, uns für ihre Mitwelt einzusetzen.
Ich bin 1965 in Brasilien angekommen und habe den tropischen Regenwald noch richtig erlebt. Heute ist das leider zu einem Teil Vergangenheit. In der Gegend, in der ich lebe, wurde alles brandgerodet und abgeholzt. Wir versuchen Indigenen trotz schwieriger Umstände ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Wir verteidigen sie im Namen des Grundgesetzes der brasilianischen Verfassung durch Begleitung und Rechtsbeistand. Mit vielen Projekten, darunter jenes der Adventsammlung, wollen wir das gewährleisten.
Dazu brauchen wir natürlich die Mithilfe aller Menschen. Im Alleingang können wir es hier in Amazonien nicht schaffen. Auf die Mithilfe von Ihnen kommt es vor allem an. Eine wichtige Hilfe ist die Organisation „Sei So Frei“, die uns im Rat für die indigenen Völker Brasiliens unterstützt. Ich danke Ihnen recht herzlich für Ihre Unterstützung im Rahmen der Adventsammlung!

Bischof Erwin Kräutler

So können Sie spenden
Sei So Frei – KMB Steiermark, Adventsammlung Amazonien,
IBAN AT65 2081 5000 0095 4222,
online unter seisofrei.at/spenden 

Bischof Kräutler über das Projekt der Adventsammlung

Völker unterstützen

Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte der Indigenen ein. Das Öffnen der indigenen Gebiete für wirtschaftliche Nutzung sei „nicht nur ein Dolchstoß ins Herz dieser Völker“, sondern auch gefährlich für das Ökosystem.
  • Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte der Indigenen ein. Das Öffnen der indigenen Gebiete für wirtschaftliche Nutzung sei „nicht nur ein Dolchstoß ins Herz dieser Völker“, sondern auch gefährlich für das Ökosystem.
  • Foto: Cleymenni Cerqueira
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Amazonien retten. „Sei So Frei“ und die Dreikönigsaktion starteten eine Unterschriftenaktion.

Das Schicksal von Amazonien ist untrennbar mit den Landrechten der indigenen Völker verbunden. Diese verteidigen den Regenwald und betreiben effektiven Klimaschutz, was auch bei der UN-
Klimakonferenz in Glasgow thematisiert wurde. Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und „Sei So Frei“, die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung, fordern mit einer Unterschriftenaktion von der brasilianischen Regierung, die Rechte der indigenen Völker in Amazonien zu respektieren und die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen. Ebenso wird an die österreichische Politik appelliert, international für die Verteidigung indigener Landrechte einzutreten – auch als wesentlicher Beitrag zu einer engagierten Klimapolitik – und die Ratifikation des ILO Übereinkommens 169 zum Schutz der Rechte indigener Völker zu beschließen.

Der Raubbau an Amazonien ist im vollen Gang, der brasilianische Regenwald brennt oder wird abgeholzt: für Sojaanbau als Futtermittel für Massentierhaltung, Weideflächen für den Rinderfleisch-Export, Schlägerungen von Edelhölzern oder Produktion von Palmöl. Wer den Regenwald zerstört, der raubt den dort lebenden Indigenen die Lebensgrundlage. Zudem wird die Klimakatastrophe mit der rasanten Vernichtung der „grünen Lunge der Erde“ beschleunigt. Die indigenen Völker von Amazonien schützen und verteidigen mit ihrer Lebensweise den Regenwald vor weiterer Zerstörung. Mit der Stärkung ihrer Rechte ist ihr Überleben gesichert, aber auch der Fortbestand des Regenwaldes und damit konsequenter Klimaschutz. Die aktuelle brasilianische Regierung ignoriert aber die Rechte der indigenen Völker und begünstigt die skrupellose wirtschaftliche Ausbeutung des Regenwaldes. So will sie auch das 2002 ratifizierte Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO), das einzige internationale Rechtssystem zum Schutz der Rechte indigener Völker, aufkündigen. „Die Amazonien-retten-Kampagne ist ein Beitrag, politische Verantwortliche zum Umdenken zu bewegen“, erklärt Thomas Klamminger von „Sei So Frei Steiermark“.
Die Ausbeutung des Regenwaldes findet auch mit Beteiligung europäischer Konzerne und Financiers statt. Die Forderung an die österreichische Bundesregierung ist es, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, damit österreichische und europäische Unternehmen für ihre Lieferkette in Verantwortung genommen werden, um die Verletzung indigener Rechte in Brasilien zu verhindern und den Regenwald zu schützen.

Engagierte Unterstützung erhalten die Indigenen auch von Dom Erwin Kräutler, Altbischof der Diözese Xingu: „Die Öffnung der indigenen Gebiete für eine wirtschaftliche Nutzung wäre nicht nur ein Dolchstoß ins Herz dieser Völker, sondern ganz besonders auch ein weiterer folgenschwerer Angriff auf das Ökosystem Amazoniens mit Konsequenzen, die nicht an der Grenze Brasiliens Halt machen.“
Die Petition kann online unter www.amazonien-retten.at unterschrieben, oder die Forderungen können auch via ausgedruckter Unterschriftenliste gesammelt werden. Bis Ende Jänner 2022 sind alle eingeladen, indigene Völker zu unterstützen und so auch den Regenwald und das Klima zu schützen. Genauere Infos zur Petition können auf der genannten Website abgerufen werden.

IM GESPRÄCH

Direkt aus Brasilien
Thomas Bauer ist seit 1996 in Brasilien bei HORIZONT 3000 in der Landpastoralkommission tätig.

„Sei So Frei“: Du bist immer wieder bei Indigenen. Was sind die Herausforderungen?

Thomas Bauer: Die derzeitige Regierung, die Raubbau um jeden Preis fördert, bedeutet für die indigenen Völker den Verlust der letzten Lebensräume und hart erkämpfter Rechte. Mit viel Einsatz und Kraft setzen sie sich zur Wehr und verdienen unsere volle Unterstützung und Solidarität. Denn ohne sie wäre vom Amazonasgebiet nur noch wenig übrig.

In Glasgow hat vor kurzem die Weltklimakonferenz stattgefunden. Brasilien ist dort aufgrund der Bedeutung Amazoniens für das Weltklima immer wieder Thema gewesen.

Den indigenen Völkern haben wir es zu verdanken, dass es in Brasilien noch Wälder gibt. Während der Konferenz wurden klare Forderungen gestellt. Trotzdem scheint es, dass hier zwei Welten aufeinandertreffen, die sich trotz der dramatischen Vorzeichen und Auswirkungen, die bereits vielerorts spürbar sind, nicht wirklich näherkommen. Wenn die CO2-Emissionen im laufenden Jahrzehnt nicht auf Null gesenkt werden, wird es hier in den kommenden Jahrzehnten trockener und heißer werden.

Werden Petitionen wie www.amazonien-retten.at und Druck aus Europa auf die brasilianische Regierung in Brasilien wahrgenommen?

Die internationale Unterstützung ist sehr wichtig. Vielfach werden die Dinge im eigenen Land totgeschwiegen oder in den Medien manipuliert. Genauso wichtig ist es aber auch, sich gemeinsam für nachhaltige Veränderungen einzusetzen, die unser aller Leben verbessern. Unser Konsum und Lebensstil muss hinterfragt werden. Weniger kann in diesem Zusammenhang durchaus mehr bedeuten. Mehr Gerechtigkeit, mehr Lebensqualität für alle, eine bessere Welt für Nachfolgende.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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