Weltflüchtlingstag
Unverhandelbar

Der diözesane Integrationsbeauftragte Erich Hohl bei einer Aktion vom „Netzwerk für Moria“ auf dem Grazer Karmeliterplatz.
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Christenpflicht ist Hilfe für Menschen auf der Flucht, erklärt der diözesane Integrationsbeauftragte Erich Hohl.

Die weltweite Flüchtlingssituation wird leider immer dramatischer. Im Vorjahr lag der Rekordwert bei 80 Millionen, heuer sind 82 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Kriegen. Rund die Hälfte von ihnen sind Binnenvertriebene, Menschen, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Die allermeisten Vertriebenen finden Schutz in vergleichsweise armen Ländern, zumeist in Nachbarländern – nach Europa verschlägt es übrigens nur einen sehr kleinen Teil der Flüchtlinge.

Am jährlichen Weltflüchtlingstag – heuer am 20. Juni – rief die UNO die Regierungen und die Gesellschaft dazu auf, auf die Notlage von Flüchtlingen mit Hilfestellungen zu reagieren und Geflüchtete an allen Lebensbereichen teilhaben zu lassen. „Gerade angesichts der COVID-19-Pandemie ist für den Einsatz für Flüchtlinge eine breite, internationale Zusammenarbeit notwendig“, hält Erich Hohl, Integrationsbeauftragter der Diözese Graz-Seckau, fest. Der wichtigste Hebel zu einer Verbesserung der Flüchtlingssituation sei das Beseitigen von Fluchtursachen, die oft mit Krieg zusammenhängen. Ein Verbot von Waffenlieferungen sei längst überfällig.

Zudem feiert man heuer den 70. Jahrestag der Proklamation der Genfer Flüchtlingskonvention, die bis heute Millionen Menschen Schutz und ein Leben in Sicherheit bietet. „Das Menschenrecht auf Asyl ist ein hohes Gut und eine völkerrechtliche Verpflichtung. Österreich darf dabei keine Abstriche zulassen“, fordert der Integrationsbeauftragte. Eine gemeinsame Reform bei der Handhandhabung des europäischen Asylsystems mit einem solidarischen Ausgleich unter den Staaten sollte rasch ausgehandelt werden.

Der Einsatz für Menschen in Not gehöre zum Kern des Evangeliums. Das Neue Testament spreche eine klare Sprache, wenn Jesus im Gleichnis vom Weltgericht sagt: „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). „Von daher ist die Hilfe für Menschen auf der Flucht und auf der Suche nach Asyl eine unverhandelbare Christenpflicht“, so Erich Hohl.

Auch die katholische Kirche in der Steiermark leistet ihren Beitrag. In der Steiermark leben aktuell knapp 2400 Personen in der Grundversorgung. In 18 kirchlichen Quartieren können aktuell rund 400 Asylsuchende beherbergt werden. „Caritas, Pfarren und andere kirchliche Initiativen tragen so dazu bei, Flüchtlinge, die zu uns kommen, als Menschen wahrzunehmen und Hilfe von Gesicht zu Gesicht zu geben“, erläutert Erich Hohl.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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