Kirche Steiermark
Solidarisch und jesuanisch

Österreichs Bischöfe trafen sich zur Frühjahrsvollversammlung heuer im AndersOrt Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein. Neben österreichweiten Belangen war auch die weltweite Lage Thema. „Stopp dem Krieg“ lautet der Aufruf der Bischöfe im Blick auf viele Krisenherde in der Welt. | Foto: Neuhold
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  • Österreichs Bischöfe trafen sich zur Frühjahrsvollversammlung heuer im AndersOrt Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein. Neben österreichweiten Belangen war auch die weltweite Lage Thema. „Stopp dem Krieg“ lautet der Aufruf der Bischöfe im Blick auf viele Krisenherde in der Welt.
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Die Österreichische Bischofskonferenz tagte kürzlich in der Oststeiermark.
Christenverfolgung, Armutsbekämpfung und der Religionsunterricht waren einige Themen.

Die Österreichische Bischofskonferenz hielt ihre Frühjahrsvollversammlung 2026 von 9. bis 12. März im AndersOrt Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein ab. Mit einem Studientag zur Situation verfolgter ChristInnen starteten die Beratungen. Eingehende Analysen würden zeigen, dass das Ausmaß der Verfolgung und Diskriminierung von Christinnen und Christen in vielen Ländern zugenommen habe. „Uns Christen hierzulande ist aufgegeben, den anderswo ‚um Jesu willen‘ (vgl. Mt 5,11) bedrängten Glaubensgeschwistern und allen zu Unrecht Verfolgten solidarisch beizustehen“, mahnen die Bischöfe. Möglich sei dies durch Gebet, Spenden oder öffentliche Aktionen wie dem „Red Wednesday“, an dem Gebäude mahnend rot leuchten.

Foto: Neuhold

Zum Krieg im Nahen Osten warnten die Bischöfe, dass viele Medien nur Ausschnitte zeigten: „Zu sehen sind Bilder von Kampfjets und Raketen, wuchtigen Einschlägen und Rauchsäulen. Was die Bilder uns nicht zeigen, sind die Opfer – die Toten, Schwerverwundeten und Versehrten, die Verzweifelten und Geflüchteten, die alles verloren haben.“ Krieg sei keine Lösung. „Alle Menschen im Nahen Osten haben ein Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit.“ Der Weg dorthin sei möglich, jeder Krieg hingegen ein Rückschlag.

Einen Appell an die Regierenden Österreichs richteten die Bischöfe zur derzeit anstehenden Reform der Sozialhilfe – diese müsse „im Ergebnis zu einem Sicherheitsnetz“ führen. Als „Lernort für Pluralität unverzichtbar“ nannten sie den Religionsunterricht und danken allen, die sich in diesem Feld einsetzten – allen voran den mehr als 7000 Lehrpersonen österreichweit.

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sorgte beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche Pischelsdorf für Aufsehen. Er plädierte für eine veränderungsbereite Kirche. | Foto: Kathpress/Wuthe
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„Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten.“Dieser Satz von Erzbischof Josef Grünwidl beim Festgottesdienst in Pischelsdorf sorgte für Aufsehen. Er könne den Satz nur voll und ganz unterstreichen, so Erzbischof Franz Lackner bei der Pressekonferenz. Es sei auch seine Erfahrung, „dass der Heilige Geist überrascht“, wenn auch nicht immer so, wie man es vielleicht erwartet.
Erzbischof Grünwidl ging auch auf das neue vatikanische Dokument über die „Teilhabe der Frauen am Leben und an der Führung der Kirche“ (siehe S. 10) ein. Das Dokument erinnere an das Verhalten Jesu, der in vieler Hinsicht nicht den damals üblichen Umgangsformen entsprochen habe, „und nicht ein Apostel, sondern Maria von Magdala war die erste Zeugin der Auferstehung“, so der Wiener Erzbischof. Er fügte hinzu: „Ich vertraue darauf: Unsere Kirche wird jesuanischer und evangeliumsgemäßer, wenn wir synodal – gemeinsam auf dem Weg – sind, mehr auf die Stimmen der Frauen hören und sie in Entscheidungsprozesse einbeziehen ... Wenn wir in der Fastenzeit Tag für Tag versuchen, nicht nur Dienst nach Vorschrift zu machen, sondern die Liebe zu leben, dann wird es Ostern in uns.“

Neue Zuständigkeiten
Erzbischof Franz Lackner übernahm in der Bischofskonferenz das Referat für Medien, Weihbischof Johannes Freitag die Kinder- und Jugendseelsorge. Alle Verantwortungsbereiche: www.bischofskonferenz.at

Österreichs Bischöfe trafen sich zur Frühjahrsvollversammlung heuer im AndersOrt Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein. Neben österreichweiten Belangen war auch die weltweite Lage Thema. „Stopp dem Krieg“ lautet der Aufruf der Bischöfe im Blick auf viele Krisenherde in der Welt. | Foto: Neuhold
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Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sorgte beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche Pischelsdorf für Aufsehen. Er plädierte für eine veränderungsbereite Kirche. | Foto: Kathpress/Wuthe
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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