Weltkirche
Schulbeginn
- Christliche Schulen würden in Gaza einen Grundpfeiler der christlichen Präsenz im Heiligen Land bilden und zugleich viele Schülerinnen und Schüler sowie Familien unterschiedlicher religiöser Traditionen aufnehmen, sagte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa.
- Foto: Vatican News
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Gaza. Trotz anhaltendem Konflikt nimmt die Schule der katholischen Pfarrei „Zur Heiligen Familie“ den Unterricht wieder auf.
Es sei ein kleiner, aber wichtiger Schritt hin zu mehr Normalität, verlautbarte William Shomali am 3. September gegenüber dem Nachrichtensender Vatican News. Für den Weihbischof des Lateinischen Patriarchats ist die Wiedereröffnung der katholischen Schule in der Pfarrei „Zur Heiligen Familie“ ein Erfolg. Der kriegerische Konflikt dauere zwar noch immer an und die Situation in Gaza sei noch weit von Normalität entfernt, doch gerade unter diesen Bedingungen könne die Schule den Kindern für einige Stunden am Tag einen sicheren Ort mit vertrauten Abläufen und Lehrkräften bieten, merkte der Patriarchalvikar für Jerusalem und Palästina an.
Zu Beginn des neuen Schuljahres im September nahm die Schule der einzigen katholischen Pfarrei in Gaza rund tausend Schülerinnen und Schüler auf. 180 von ihnen besuchten den Kindergarten des Lateinischen Patriarchats, weitere 820 die Grundschule, berichtet Vatican News.
Auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, hob unlängst die Bedeutung von Schulen angesichts der aktuellen Situation hervor. In einem am 26. August veröffentlichten Hirtenbrief zum Beginn des Schuljahres schrieb er, dass die Rückkehr in die Schule in einigen Teilen des Heiligen Landes nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden könne. Es gebe Kinder, deren Klassenzimmer nicht mehr existierten, und Gemeinschaften, in denen die Freude über ein neues Schuljahr von Tod, Vertreibung und Zerstörung überschattet werde.
Seit Beginn des Krieges im Oktober 2023 diente das Gelände der Pfarrei „Zur Heiligen Familie“ als Zufluchtsort für vertriebene Familien, 2025 wurde das Kirchengelände von israelischem Panzerfeuer getroffen. Drei Menschen kamen ums Leben, neun wurden verletzt, darunter Pfarrer Gabriel Romanelli.
Schule als Schutzraum. Nach Angaben von Weihbischof Shomali beherbergt die Pfarrei weiterhin vertriebene Zivilistinnen und Zivilisten. Pfarrer Romanelli und die Pfarrmitarbeiterinnen und -mitarbeiter hätten die Schulgebäude schrittweise instand gesetzt. Die für den Unterricht notwendigen Räume seien freigeräumt worden, während weiterhin Familien aufgenommen würden, die keinen anderen sicheren Ort für eine Rückkehr haben. Bildung und die Unterbringung besonders schutzbedürftiger Familien betrachtet das Lateinische Patriarchat Bischof Shomali zufolge als zwei „untrennbare“ Aufgaben.
Neben dem Unterricht bietet das Patriarchat psychologische Unterstützung für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte an, die mit traumatischen Erfahrungen umgehen müssen. Pädagoginnen und Pädagogen erhalten zudem materielle und moralische Unterstützung.
Quelle: Vatican News
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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