Weltkirche
Rückblick mit Selbstkritik
- Für Aufarbeitung von Machtmissbrauch in Taizé: Frère Matthew (l.) und Frère Alois..
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Taizé. Die ökumenische Gemeinschaft blickt auch auf Missbrauch.
Wie können wir Autorität einsetzen, um zu dienen, um zuzuhören und um einen Raum zu schaffen, in dem die Freiheit jedes Einzelnen respektiert wird?“ Diese Frage stellte kürzlich Frère Matthew, Prior der aus 80 Brüdern bestehenden Gemeinschaft im burgundischen Taizé. Nicht immer sei man Vorbild gewesen – insbesondere im Umgang mit Macht und Autorität gegenüber Jugendlichen, so der Anglikaner, der seit 1986 Mitglied der ökumenischen Communauté ist, in der Juli-Ausgabe der unabhängigen, monatlich erscheinenden Herder-Korrespondenz.
Bereits Frère Roger, der die Gemeinschaft von Taizé 1942 gegründet und bis zu seiner Ermordung im Jahr 2005 geleitet hatte, habe seinen Mitbrüdern stets gesagt, sie seien keine „geistlichen Meister“. Doch das Bewusstsein für den Umgang mit der eigenen Autorität sei erst allmählich gereift. Seit dem Öffentlichmachen von Missbrauchsfällen durch seinen Vorgänger, Frère Alois, habe sich viel verändert, so der aktuelle Prior.
Heute bemühe man sich stärker um eine Kultur des Zuhörens, Dienens und der gegenseitigen Freiheit. Fortbildungen für Brüder und Verantwortliche bei Jugendtreffen würden inzwischen zum Alltag in Taizé gehören.
Es gehe darum, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und Ausrichtungen im Dialog zu gestalten, so Frère Matthew, bezugnehmend auf Papst Leos XIV. synodalen Kurs. Der Prior selbst lässt sich bei wichtigen Fragen von vier Brüdern beraten. Zwei von ihnen hatte er selbst benannt, zwei weitere wurden nach Befragung der Gemeinschaft bestimmt. Veränderungen bräuchten Zeit und Geduld – auch das gehöre zur gemeinsamen Verantwortung.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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