Weltkirche
Realpolitik
- Wolfgang Palaver (Bild) hätte mit Peter Thiel in Wien diskutieren sollen.
- Foto: KNA (2025)
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Kein Auftritt für Peter Thiel. Nach heftiger Kritik laden die Wiener Festwochen den US‑Milliardär wieder aus.
Die Wiener Festwochen haben den umstrittenen US-Milliardär Peter Thiel nach heftigen Debatten ausgeladen. Thiel sollte ursprünglich an einem Diskussionsabend am 7. Juni teilnehmen. Geplant war eine öffentliche Debatte zum Thema „Armageddon und Antichrist? Von der Theologie zur Realpolitik“ mit dem katholischen Theologen und Thiel-Kenner Wolfgang Palaver.
Laut der Medienagentur Kathpress hatte es sowohl seitens der Öffentlichkeit als auch aus den eigenen Reihen der Festwochen heftige Kritik an der Entscheidung gegeben, Trump-Unterstützer Thiel beim 75. Kulturfestival eine Plattform zu bieten. Darauf hatte die Geschäftsführung verschiedene Gremien um ihre Einschätzung gebeten. Bei der öffentlichen Debatte unter dem Titel „Soll Peter Thiel bei den Wiener Festwochen sprechen?“ am 29. Mai im Odeon Theater in Wien musste Festivalintendant Rau harte Vorwürfe einstecken: Thiel sei kein „Grenzgänger“, sondern ein echter Krimineller. Rau biete einem faschistoiden Machtdespoten eine Bühne.
„Ich nehme die kritischen Stimmen sehr ernst“, erklärte der Festivalleiter daraufhin am 30. Mai. „Aus meiner Verantwortung für das Gesamtprogramm musste ich mich leider gegen die geplante Veranstaltung mit Peter Thiel entscheiden, obwohl ich diese extrem spannend ... gefunden hätte“, so Milo Rau. Hingegen hatte der in Zell am Ziller geborene Theologe Wolfgang Palaver die Einladung Thiels zuvor verteidigt. „Es ist wichtig zu verstehen, wie Menschen, die so große Macht haben, ticken, denn guten Widerstand und alternative Modelle kann man nur dann fördern, wenn man sich nicht mit groben Etiketten zufriedengibt“, erklärte er im Kathpress-Interview.
Quellen: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.