Weltkirche
Mit Herz und Hand
- Durch Selbstbesteuerung und Verkaufsstände – wie diesem Tee-Ausschank im Winter im Stift Göß – unterstützen die aus Niederösterreich, Kärnten, der Slowakei oder Bosnien-Herzegowina stammenden Mitglieder des Arbeitskreis Weltkirche Göß sozial benachteiligte Menschen weltweit.
- Foto: AK Weltkirche Göß
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Zum Weltmissionssonntag am 18. Oktober holen wir weltweite Nächstenliebe vor den Vorhang.
Mission beginnt im Herzen.“ Mit diesen Worten weist Johannes Laichner auf den Weltmissionssonntag am 18. Oktober hin. Der Tiroler Priester ist seit 1. September im Amt des Missio-Nationaldirektors. Er betont die Notwendigkeit, „etwas von der Hoffnung und Freude weiterzugeben“, die jene finden würden, die Christus begegnen. „Mission schaut auf den ganzen Menschen“, so Laichner. Was Papst Leo XIV. zum Weltmissionssonntag sagt, lesen Sie diesmal auf Seite 23.
Den ganzen Menschen im Blick hat man auch im obersteirischen Göß. Dort, genauer: im Arbeitskreis Weltkirche, begann gelebte Solidarität bereits vor mehr als vier Jahrzehnten. Etwa 30 Personen hatten sich in den frühen 1980er-Jahren in einer sogenannten Selbstbesteuerungsgruppe zusammengefunden und zahlten regelmäßig in einen Sozialtopf ein, der bedürftigen Menschen weltweit bis heute zu einem besseren Leben verhilft. „Von diesen Gründungsmitgliedern sind sechs Personen heute noch dabei“, erzählt ein Arbeitskreis-Mitglied. Aktuell seien zwölf Menschen in dieser Gruppe solidarisch aktiv – und das über die ganze Welt verteilt.
Die Weltkirche zu Gast in Göß
Begonnen habe alles mit einem Schulprojekt der Ursulinen im afrikanischen Land Senegal. Es folgten Brunnenbau-Projekte in Lateinamerika oder Hilfe für Menschen mit Behinderung am Balkan. In Indien unterstütze man gerade eine Schule. Einmalige Akuthilfe gebe es auch für Menschen im Inland. Pro Jahr unterstützt der Arbeitskreis sechs bis sieben Projekte mit je 1000 Euro. Das Geld kommt nicht nur von Privatpersonen, die ihr Einkommen „selbstbesteuern“ – auch Veranstaltungen verhelfen dem Gößer Arbeitskreis Weltkirche zu seinem Hilfsbudget. Dazu gehöre das im Kreuzgang des Stifts angebotene „Kreuzgangsachterl“ im Sommer, im Winter werde gegen Spenden Tee ausgeschenkt. Am Gößer Kirchtag, beim Kirchweihfest, am Bücherflohmarkt oder am Adventmarkt ist die Gruppe auch zu finden.
Über den eigenen Horizont hinaus
Persönliche Kontakte und Erfahrungsberichte weitgereister Mitglieder tragen zur Auswahl neuer Hilfsprojekte bei. Zudem werden Betroffene oder Ordensleute aus den jeweiligen Ländern nach Göß eingeladen oder die Länder, in denen man zukünftig helfen möchte, selbst besucht. „Dadurch wird unsere Unterstützung sehr lebendig“, erzählt ein Mitglied aus der Selbstbesteuerungsgruppe. Und auf die Frage danach, wie sie ihr weltweit solidarisches Ehrenamt sehe, antwortet die Frau: „Für mich ist das gelebter Glaube. Weltkirche bedeutet immer auch Herzensbildung – verbunden mit Horizonterweiterung, die nicht stehenbleibt.“
Anna Maria Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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