Theologische Forschung
Ist die Bibel gesellschaftlich noch relevant?

Das Neue Testament stand im Fokus einer Großtagung mit 400 Forschenden. | Foto: Erich Foltinowsky
  • Das Neue Testament stand im Fokus einer Großtagung mit 400 Forschenden.
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Wien. Weltgrößte Tagung von NeutestamentlerInnen.

Auch NeutestamentlerInnen bekämen es zu spüren, dass in den gegenwärtigen, auf ökonomische Verwertbarkeit ausgerichteten Forschungswelten mehr auf die sogenannten MINT-Fächer (aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) Wert gelegt wird als auf Geisteswissenschaften. Fragen wie „Wie verhalten wir uns zu den Problemen der Gegenwart?“ und „Wie stehen wir in der wissenschaftlichen Community da?“ seien auch bei der weltgrößten Neutestamentler-Tagung vielfach gestellt worden, die Ende Juli an der Universität Wien stattfand, berichtete der evangelische Bibelwissenschaftler Prof. Markus Öhler.

Öhler war gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Prof. Markus Tiwald Veranstalter des 77. General-Treffens der „Studiorum Novi Testamenti Societas“ (SNTS), die 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt vier Tage in die österreichische Bundeshauptstadt führte. Darunter nicht nur Bibelforschende unterschiedlicher Konfessionen, sondern auch Althistorikerinnen, Soziologen oder Philosophie-Lehrende.

Diese Interdisziplinarität ist nach Öhler eines der Erfolgsrezepte gegen den wissenschaftlichen Rechtfertigungsdruck und der Tatsache, dass gerade in den westlichen Demokratien das Interesse an der Erforschung der Bibel und der Theologie insgesamt abnimmt. Demnach fokussierte sich die Tagung auf die gesellschaftliche Relevanz der Bibel. So blickte man z. B. auf Bibelstellen zur Sklaverei bei Paulus oder dessen Galaterbrief (Gal 3,28) ganz im Sinne der „Black Lives Matter“-Bewegung.

Quelle: Kathpress

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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