Weltkirche
Hoffnung auf Rädern
- Medizinische Hilfe für die Ärmsten im Norden Indiens: Die steirische Ärztin Magdalena Grießler (l.) hilft mit Jugend Eine Welt Menschen in den Elendsvierteln der Millionenstadt Chandigarh. Spenden ermöglichen auch eine mobile Klinik in einem Kleinbus.
- Foto: Jugend Eine Welt
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Zum Weltgesundheitstag am 7. April. Im Norden Indiens verändert eine mobile Klinik Leben.
Chandigarh, eine Millionenstadt im Norden Indiens, gilt als Symbol für Aufbruch und moderne Stadtplanung. Doch hinter all dem zeigt sich eine andere Realität: Am Stadtrand wachsen die Elendsviertel, und ein Großteil der Bevölkerung lebt in bitterer Armut. Viele Menschen sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben hierhergezogen – und finden sich stattdessen in prekären Lebensverhältnissen wieder. „Besonders Kinder und Jugendliche sind stark betroffen“, erzählt Magdalena Grießler. „Sie leiden unter Mangelernährung, auch die fehlende Hygiene ist ein großes Thema“, weiß die Ärztin, die auch im Vorstand der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt ist. Vor einigen Wochen besuchte die Allgemeinmedizinerin und Leiterin des Gesundheitszentrums Mariazell mehrere Projekte in Chandigarh, die Jugend Eine Welt unterstützt.
Klinik im Kleinbus. „Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist oft eingeschränkt, Krankheiten bleiben unbehandelt, denn für Arztbesuche fehlt schlichtweg das Geld“, weiß sie. Genau hier setzt ihre Unterstützung an. Mit langjährigen Don Bosco-Partnern vor Ort ermöglicht Jugend Eine Welt eine mobile Klinik, die direkt in die Slums fährt. Dort, wo die Not am größten ist, macht ein Team aus Ärztin, Krankenschwester und Labor-Assistentin im Kleinbus regelmäßig an 21 Stationen Halt.
Für rund 30.000 Menschen bedeutet das den Zugang zu kostenloser medizinischer Grundversorgung. „Für viele ist die mobile Klinik die erste und einzige Anlaufstelle in Gesundheitsfragen“, erzählt Ärztin Grießler, die das behandelnde Team vor Ort mit ihrer Expertise bei ihrem Besuch tatkräftig unterstützte. „Der Behandlungsbus ist so weit ausgestattet, dass eine gewisse Basisdiagnostik, wie z. B. ein Blutbild, möglich ist. Gäbe es diese mobile Klinik nicht, wären die notleidenden Menschen von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschnitten“, sagt sie.
Blutarmut. Neben der akuten Hilfe spielt auch die Prävention eine entscheidende Rolle. Die Teams informieren über Hygiene, gesunde Ernährung und Vorsorge. Immer wieder wird Magdalena Grießler bei der Untersuchung von Patientinnen und Patienten mit der Krankheit Blutarmut konfrontiert. Der Mangel an roten Blutkörperchen ist in Chandigarh weit verbreitet. Besonders für Kinder und Schwangere kann das schwerwiegende Folgen haben. „Die Ausgabe von Vitaminen und gezielte Aufklärung helfen, Krankheiten vorzubeugen und langfristig die Lebensbedingungen zu verbessern“, sagt Magdalena Grießler. „Deshalb ist die finanzielle Unterstützung der Jugend Eine Welt-Projekte durch Spenderinnen und Spender so immens wichtig“, weiß die Ärztin aus der Steiermark.
Thomas Zach/Jugend Eine Welt
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.