Kirche Steiermark
Hilfe ist nötiger denn je
- 2.093 Ehrenamtliche helfen – wie hier bei der Essensausgabe im Marienstüberl – mit, dass die vielfältigen Angebote der Caritas für Ärmste und Notleidende Tag für Tag aufrechterhalten werden können.
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Caritas-Wirkungsbericht 2024. Direktorium blickt auf ein Jahr zwischen Rückschau und Zukunftsorientierung.
Für die steirische Caritas war das vergangene Jahr ein Jahr zwischen Rückschau und Zukunftsorientierung. Zum Wirkungsbericht, der eine Bilanz der Hilfe zieht und jetzt publiziert wurde, hält Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler fest: „Unser klares Ziel war und ist, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Wir haben 2024, im 100. Jahr unseres Bestehens, gesehen: Unsere Hilfe ist heute nötiger denn je.“
Stille Not und Katastrophen
Die Caritas hat im Jahr 2024 an vielen Anlaufstellen, etwa der Beratung zur Existenzsicherung (BEX) und bei den Lebensmittelausgaben einen weiterhin hohen Bedarf an Hilfe registriert. „Wir erleben alltägliche, stille Not. Vor allem Alleinerziehende, MindestpensionistInnen und Familien mit wenig Einkommen brauchen Unterstützung, um ihren Alltag absichern zu können. Die Zahl derer, die erstmals in unsere Beratungen kommen, ist erneut angestiegen.“ Vizedirektorin Petra Prattes appelliert: „Es ist klar, dass gespart werden muss. Das darf aber nicht auf dem Rücken der Ärmsten geschehen! Diese Hilfe ist dauerhaft nötig.“
Dazu sei auch 2024 Katastrophenhilfe gefordert gewesen: „Wir haben an 186 Familien nach den Überflutungen rasch und unbürokratisch Soforthilfe ausbezahlt, damit sie in ihrer Not handlungsfähig bleiben.“
Prävention im Fokus
Die Caritas passe ihre Hilfeleistungen an neue Entwicklungen an, erklärt Direktorin Tödtling-Musenbichler. So sei die Bahnhofsmission als eine der ersten Anlaufstellen für vielfältige Hilfe der historischen Caritas mit einem neuen Profil ins Heute übertragen worden. Die Caritas verstärke zudem die Prävention: „Wir haben mit der Kindergartensozialarbeit ein innovatives Modell entwickelt, um schwierige soziale Familiensituationen zu erkennen und zu unterstützen. Dies ist ein mächtiger Hebel einer frühzeitigen Armutsprävention und hilft auch, bessere Bildungsgerechtigkeit zu realisieren.“
Angesichts des zunehmenden Bedarfs an psychosozialer Unterstützung wirkt die Caritas seit dem Vorjahr als neuer Träger in der Mobilen Psychosozialen Betreuung. „Wir investieren auch in Bildung und haben einen neuen Standort für die HLSP eröffnet, eine Schule, in der junge Menschen eine zukunftsorientierte Ausbildung mit Matura in Sozial- und Gesundheitsberufen erhalten“, so die Direktorin.
- Nora Tödtling-Musenbichler und Petra Prattes (von rechts) sind guter Dinge: „Die Spendenbereitschaft der Menschen ist weiterhin hoch. Dafür sind wir dankbar – für die Spenden genauso wie für die Aufmerksamkeit, die sie signalisieren.“
- Foto: Neuhold
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Nachhaltigkeit als Zukunftsthema
Ökologische und soziale Nachhaltigkeit stehe auch bei den Carla-Shops im Vordergrund, so Petra Prattes. Gleichzeitig verweist sie auf die Notwendigkeit, dass Entgelte für Leistungen, die sie als Hilfsorganisation im öffentlichen Auftrag übernehmen, angepasst werden müssen: „Angesichts der wirtschaftlichen Lage gehen wir davon aus, dass Jahre der Konsolidierung vor uns liegen.“
Caritas – Eckdaten 2024
2.606 MitarbeiterInnen, 2.093 Ehrenamtliche; Finanzvolumen: 140,7 Millionen Euro; Jahresverlust 2024: 944.000 Euro. Es wurden über 3.500 Tonnen Sachspenden gesammelt und im Sinne der Kreislaufwirtschaft verwertet.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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