Fußball und Glaube leben von Hoffnung
- Das österreichische Priester-Nationalteam – hier im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina – mit dem steirischen Sportseelsorger Alfred Jokesch (Bildmitte) belegte bei der Europameisterschaft in Ungarn Platz 8.
- Foto: Erzdiözese Hajdúdorog
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Die Priester-EM ermöglichte sportliche und geistliche Begegnung.
Besser als erwartet hat nicht nur das österreichische Schiteam bei seiner Heim-WM in Saalbach abgeschnitten. Zur gleichen Zeit war die heimische Fußball-Nationalmannschaft der Priester bei der Europameisterschaft in Ungarn im Einsatz und konnte mit einem achten Platz im Gepäck die Heimreise antreten.
Der Austragungsort der 17. Auflage dieses Turniers, das Städtchen Kisvárda im Nordosten des Landes, unweit der ukrainischen Grenze, gab der Veranstaltung eine besondere Prägung. Es liegt im Bereich der griechisch-katholischen Erzdiözese Hajdúdorog und bot die Möglichkeit zur Begegnung mit dieser Kirche, die der ostkirchlichen Tradition folgt, aber in voller Einheit mit dem Papst und der römisch-katholischen Kirche lebt. So feierten die 220 Priester aus 14 Ländern in Máriapócs, dem bedeutendsten Wallfahrtsort der Region, gemeinsam einen Gottesdienst nach byzantinischem Ritus. Bischof Ábel Szocska sagte in einer kurzen Predigt, dass nicht nur das Heilige Jahr 2025 die Hoffnung in den Blick nehme, sondern auch jeder Fußballer voll Hoffnung in ein Spiel gehe. Eine Führung durch das griechisch-katholische Museum in Nyíregyhaza gab Einblicke in die lange und wechselhafte Geschichte dieser Kirche.
Im Zentrum des Interesses stand freilich der Fußball. Gespielt wurde in der Halle nach internationalen Futsal-Regeln. Das österreichische Team mit Kaplan Alfred Jokesch als einzigem steirischen Vertreter konnte bereits mit einem 3:0-Sieg im ersten Spiel gegen den Kosovo den Grundstein für das gute Endergebnis legen. Damit war der zweite Gruppenplatz hinter dem späteren Turniersieger Polen fixiert, gegen den es eine deutliche Niederlage zu verkraften galt. Auch in den Platzierungsspielen gegen die Hausherren Ungarn, sowie Bosnien-Herzegowina und Portugal, gab es trotz beherztem Einsatz nichts zu ernten. Dank einiger jüngerer Mitspieler, die der neue Kapitän Michael Semmelmeyer in die Mannschaft integrieren konnte, war eine ansteigende Formkurve deutlich erkennbar.
Im packenden, temporeichen Finale besiegten die polnischen Priester, unterstützt durch eine lautstarke Fangemeinde, die aus der Heimat angereist war, jene aus der Slowakei mit 4:0. So durfte Polen bereits zum siebenten Mal den EM-Titel bejubeln und kann zudem beim nächsten Turnier auf den Heimvorteil setzen: 2026 wird die Priester-EM in Lublin stattfinden.
- In der Wallfahrtskirche Máriapócs feierten die Priester-Kicker aus 14 Ländern mit dem griechisch-katholischen Bischof Ábel Szocska eine Messe im byzantinischen Ritus.
- Foto: Jokesch
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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