Für die Ewigkeit gegossen

Die Seggauer Liesl, im Bild mit Bischof Krautwaschl, ist die zweitmächtigste Glocke in der Diözese.  | Foto: Kath. Kirche
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2000 Glocken läuten in der Steiermark die Auferstehung ein.

„Kocht des Kupfers Brei, schnell das Zinn herbei, dass die zähe Glockenspeise fließe nach der rechten Weise“, beschreibt Friedrich Schiller in seiner berühmten Ballade die Herstellung einer Glocke. Glocken sind seit dem 15. Jahrhundert vor Christus bekannt. Nicht ganz so alt, nämlich aus dem 13. Jahrhundert nach Christus, ist das in etwa auf cis‘‘‘ gegossene Glöcklein in der Totenkammer am Friedhof Schäffern, weiß Klaus Waltritsch, Glockenreferent der Diözese Graz-Seckau.

Das immer noch 75 Kilo schwere Glöcklein mit 46 Zentimetern Durchmesser ist eine von rund 2000 Glocken in der Steiermark, die zu Ostern die Auferstehung Jesu einläuten. Das „Geläute“ – so die Fachbezeichnung für ein Glockenensemble – mit den meisten Glocken ist jenes in der Grazer Stadtkrone, wo zu Feierzeiten die zwölf Glocken in Dom und Mausoleum gemeinsam loslegen.

Das mächtigste Geläute mit der größten Glocke, der 5702 Kilo schweren Österreich-Gedächtnisglocke,hängt in der Mariazeller Basilika. Eine alte und besondere Kirchenglocke erklingt in der Pfarrkirche Aflenz: die 2250 Kilo schwere Peter- und Paulsglocke des Gießers Hans Mitter aus Judenburg aus dem Jahr 1446. Noch älter (1382) ist nur die Armensünderglocke von Johannes von Voitsberg auf dem Grazer Schloßberg.

Zum Prüfen des korrekten Klanges benutzt der Glockenreferent ein Stimmgabelset und schlägt die Glocke mit jener Stimmgabel an, die der Tonlage der Glocke entspricht. Die winzige Stimmgabel erzeugt, wenn richtig eingestellt, eine wohlklingende Resonanz in der Glocke.

Jede Glocke ist für die Ewigkeit gegossen. Und soll, um nochmals Friedrich Schiller zu bemühen, „eine Stimme sein von oben, wie der Gestirne helle Schar, die ihren Schöpfer wandelnd loben und führen das bekränzte Jahr“.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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