Weltkirche
Fast wie daheim
- Herzlich begrüßt wurde Pfarrer Josef Windisch (2. v. r.) in Tansania – auch von Pater Aidan (r.). Ein Jahr lang wird der steirische Pfarrer in Projekten der Hilfsorganisation P.A.P.A. Bridge tätig sein.
- Foto: privat
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Von Österreich nach Tansania. Ein Jahr lang wird Pfarrer Josef Windisch in Afrika Menschen in der Berufsausbildung unterstützen.
Ein freundschaftlicher Empfang sei es gewesen, erzählt Josef Windisch wenige Tage nach seiner Ankunft in Tansania. Am 20. Juli war der Pfarrer von Kalsdorf und Fernitz wieder nach Afrika aufgebrochen, um ein Jahr lang in der Diözese Moshi mitzuarbeiten. Die österreichisch-tansanische Hilfsorganisaion P.A.P.A. Bridge (Näheres siehe Kasten) unterstützt dort junge Erwachsene mit Bildung und Ausbildung und gibt Chance auf ein eigenständiges Leben.
„Was mich erwartet?“ Josef Windisch weiß es genau. Sein Betätigungsfeld werde vor allem die Berufsschule in Kilema sein, wo junge Erwachsene in zwölf Berufen ausgebildet werden. Ein von Jesuiten vor 100 Jahren gegründetes Spital wird erweitert und in Planung ist ein Internat zum Schulbesuch von 300 Mädchen.
Zwei Welten. Schlammige Straßen, Stromunterbrechungen, ein Monatslohn von 30 Euro: Zwar bietet Tansania ein Leben in Entschleunigung, für viele aber auch eines in großer materieller Not. Einzig das Handynetz funktioniere hier, wird oft gescherzt. „In den vergangenen 17 Jahren war ich fast jährlich hier“, sagt Josef Windisch, und: Jedes Mal am Rückflug habe er geweint.
Sehnsucht verspürt man auch in seinen Pfarren in der Steiermark. „Wir vermissen ihn schon sehr“, heißt es in Fernitz und Kalsdorf auf Nachfragen. Damit die Sehnsucht nicht zu groß wird, haben mehrere SteirerInnen deshalb schon ihren Besuch in Tansania angekündigt. „Eine Gruppe der Jugendkapelle wird kommen und auch einige Schülerinnen und Schüler, um im Spital ein Praktikum zu machen“, freut sich Windisch. Tansania, das 62-Millionen-EinwohnerInnen-Land im Osten Afrikas, braucht dringend Hilfe, oder, noch besser: Hilfe zur Selbsthilfe. Denn sauberes Wasser, Zugang zu medizinischer Versorgung oder Schulbesuch sind längst nicht selbstverständlich.
Was sein Jahr, das eben erst begonnen hat, noch bringen wird, weiß Pfarrer Josef Windisch freilich nicht. „Gott sei Dank“, sagt er mit einem Schmunzeln. In seinem Leben habe sich schon so vieles gefügt – darüber könne er nur staunen. Wieder zurück zu sein in Tansania, fühle sich für ihn an „wie ein Nachhausekommen“. Und das bedeutet bekanntermaßen ja überall auf der Welt: Geborgenheit, geliebte Menschen, als auch viel Arbeit, die erledigt werden will.
Anna Maria Steiner
P.A.P.A. Bridge
Der Verein setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe für junge Menschen in Tansania und geht auf die Initiative des Weststeirers Walter Koch und dem tansanischen Pater Dr. Aidan G. Msafiri zurück. Das „P.A.P.A.“ im Vereinsnamen steht für „Pater Aidan Partnerschaft für Afrika“. Mithilfe von Spenden wurde am Fuße von Afrikas höchstem Berg, dem Kilimandscharo, unter anderem eine Berufsschule für 150 Jugendliche errichtet. Ab sofort wird dort ein Jahr lang auch Pfarrer Josef Windisch tätig sein.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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