Kirche Steiermark
Die Kraft des Gebetes
- Beim Festgottesdienst zum 50-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung für den Bärnbacher Karmel war das Kirchlein am Heiligen Berg zu klein, um die vielen Gäste zu fassen. Die kontemplative Schwesterngemeinschaft ist in der Bevölkerung inzwischen sehr tief verwurzelt.
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Der Bärnbacher Karmel am Heiligen Berg feierte den 50. Jahrestag der Grundsteinlegung.
Am Anfang stand eine ungewöhnliche und mutige Idee, die sich völlig gegen die Fahrtrichtung des Zeitgeistes bewegte. Der Bärnbacher Pfarrer Friedrich Zeck wollte auf dem Heiligen Berg inmitten des weststeirischen Kohlereviers einen Karmel, ein kontemplatives Nonnenkloster errichten. Der damalige Bischof Johann Weber, als einstiger Kaplan in Köflach der Region sehr verbunden, unterstützte das Ansinnen und ermöglichte – ausgehend vom Mariazeller Karmel – eine Neugündung.
Am 23. März 1975 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung und die Aufrichtung eines Kreuzes an der Stelle, an der mit dem Klosterbau begonnen wurde, durch den Apostolischen Nuntius Opilio Rossi. In der Gründungsurkunde stand: „Auftrag und Sendung der Karmelitinnen auf dem Heiligen Berg ist es, mit Maria unter dem Kreuz zu stehen und um des Gekreuzigten willen das Erbarmen Gottes für dieses Industriegebiet, diese Diözese, die heilige Kirche und die ganze Welt zu erbitten. So möge dieses Haus ein weithin sichtbares Zeichen für die Existenz Gottes sein, … und ein steter Ruf, Gott über alles zu lieben.“
Eineinhalb Jahre später war der Bau vollendet und sechs Schwestern zogen am 26. September 1976 „begleitet von Hrn. Pfarrer Msgr. Dr. Zeck, einigen Mitschwestern aus Mariazell und einer unzählbaren Menschenmasse den Heiligen Berg hinauf“ – wie die Chronik berichtet – und nahmen das Kloster und die renovierte Kirche in Besitz.
Die Saat trägt inzwischen reiche Früchte. So erzählt Sr. Josefa Maria Paschek, eine der Gründungsschwestern habe anfangs gespürt, „dass hier alles erst durchbetet werden muss.“ Im Lauf der Jahre ist der Karmel zu einem von vielen Menschen besuchten Ort geworden. Manche suchen das Gespräch mit einer der Schwestern oder kommen, um in ihren Anliegen um Gebetsunterstützung zu bitten. „Jetzt spüren die Menschen den Frieden und die Kraft des Gebetes, wenn sie hierher kommen“, weiß Sr. Josefa, der oft von BesucherInnen versichert wird, dass sie ihrerseits für die Schwestern beten. Auch die Möglichkeit, in einem der Gästezimmer im externen Bereich des Klosters einige Tage der Stille und der Einkehr zu halten, wird gerne genützt.
Zum 50. Jahrestag der Grundsteinlegung wurde nun mit Bischof Wilhelm Krautwaschl ein Festgottesdienst am Heiligen Berg gefeiert. Dieser begann mit einem Gebet am Grab von Pfarrer Zeck, der unmittelbar an der Klostermauer beigesetzt ist. In der Predigt sagte der Bischof, dass der lebendige Grundstein dieses Klosters „nichts Eingemauertes ist, sondern das Wort Gottes, das hier verkündet wird“. Er schloss mit der Bitte „um die Gnade, dass im Heute unserer lauten Zeit viele den leisen Anruf Gottes wach wahrnehmen und Freude daran finden“.
Alfred Jokesch
- Nicht um aus der Welt zu fliehen, sondern um die Welt vor Gott zu tragen, komme man ins Kloster, sagte die Karmelitin Edith Stein.
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Gott allein genügt
„Wir acht Selige stehen vor Gott und preisen den Herrn! Er ist mein Lobgesang, er ist mein Gott.“ Mit diesen Worten stellt sich die Schwesterngemeinschaft des Hl. Kreuz-Karmels auf dem Heiligen Berg bei Bärnbach auf ihrer Homepage vor. Und sie verweist dabei auf Teresa von Ávila, die gesagt hat: „Gott ist so groß, dass es wohl wert ist, ihn ein Leben lang zu suchen.“
Die nunmehr sieben Bärnbacher Karmelitinnen gehören dem Teresianischen Karmel an, dem von der hl. Teresa im 16. Jahrhundert reformierten Zweig des Ordens der Allerseligsten Jungfrau vom Berge Karmel. Als kontemplative Gemeinschaft besteht die Aufgabe der Schwestern nicht in pastoraler oder karitativer Tätigkeit, sondern im liebenden Dasein vor Gott und im Gebet, das zum Mittragen der Nöte und Sorgen der Menschen in aller Welt wird. Ihr Wirken vollzieht sich im Verborgenen, im abgegrenzten Lebensraum des Klosters, der Klausur, die sie nur aus wirklich notwendigen Gründen verlassen.
Im Karmel ist alles auf ein intensives Gebetsleben und auf Kontemplation ausgerichtet, auf die innige Vereinigung mit Gott und eine tiefe Freundschaft mit Christus. Das Gemeinschaftsleben und die Handarbeit für den Lebensunterhalt sind weitere Säulen der karmelitischen Spiritualität.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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