Rosen Perlen Geheimnisse - Teil 05
Die himmlische Freude 
des Wiederfindens

Duccio di 
Buoninsegna, Der Zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2, 46–49), Maestà, Altarretabel des Sieneser Doms, 1308–1311, Tempera 
auf Holz, 42,5 × 43 cm; Siena, Museo dell‘Opera del Duomo.
  • Duccio di 
Buoninsegna, Der Zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2, 46–49), Maestà, Altarretabel des Sieneser Doms, 1308–1311, Tempera 
auf Holz, 42,5 × 43 cm; Siena, Museo dell‘Opera del Duomo.
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Manche Menschen bezeichnen sich lieber als Suchende denn als Glaubende. Manche suchen die Wahrheit, andere suchen Halt, wieder andere suchen Gemeinschaft. Dass Suchen zum Glauben gehört, zeigt uns das Beispiel vieler Heiliger, die nach langer Suche zu Christus gefunden haben und zu einem Leben mit seiner Kirche.

Eine bekannte Geschichte erzählt von einem Rabbi, dessen Enkel mit einem Freund verstecken spielt. Plötzlich kommt der Bub weinend zu seinem Großvater und klagt: Er hat mich gar nicht gesucht. Da kommt dem Rabbi die Erkenntnis: Genauso geht es Gott. Er ist im Verborgenen, damit die Menschen ihn suchen. Aber sie suchen ihn gar nicht.

Es gibt Menschen, die Gott nicht mehr suchen. Es gibt aber auch andere, die nur immer suchen und nie das zu finden scheinen, was sie suchen. Sie bleiben nirgends dabei. Wer sucht, möchte aber finden. Das Rosenkranzgeheimnis spricht von der Freude des Wiederfindens. Wobei es mancherorts statt „wiedergefunden“ nur „gefunden“ heißt.

Die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus (Lk 2,41–52) spielt bei einer Jerusalemwallfahrt. Für Maria und Josef war es selbstverständlich geworden, dass Jesus da ist. Gerade deswegen haben sie ihn aus den Augen verloren. Was zu selbstverständlich, zu alltäglich wird, kann uns verloren gehen. Das ist in menschlichen Beziehungen so und auch in der Gottesbeziehung. Sogar im kirchlichen Betrieb kann es sein, dass wir zwar viel machen, was mit Religion, Glaube und Kirche zu tun hat, aber die eigentliche Beziehung zu Christus aus den Augen verlieren. Auch die Beziehung zu den eigenen Kindern ändert sich, muss in manchen Lebensphasen neu gefunden werden.

Im Tempel hatten Maria und Josef einst ihr Auslöse-Opfer für den Sohn dargebracht. Damit hatten sie zum Ausdruck gebracht, dass das Kind nicht ihr Besitz ist. Jetzt merken sie dies konkret. Jesus macht ihnen sogar zum Vorwurf, dass sie nicht gewusst hätten, dass sein Platz beim Vater ist. Auch den erwachsenen Jesus wollen seine Verwandten einmal nach Hause zurückholen. Aber er wird ihnen sagen, dass sein Platz bei denen ist, die den Willen seines Vaters tun.

Bevor die Menschen Gott gesucht haben, hat Gott sich auf die Suche nach den Menschen gemacht. In diesem Jesus ist Gott selber Mensch geworden. Jesus hat seine Sendung besonders darin gesehen, den Verlorenen nachzugehen. Und er hat viel erzählt von einem Gott, der das verlorene Schaf sucht, bis er es gefunden hat, und der den verlorenen Sohn wieder in seiner Familie aufnimmt. Am Ende dieser Erzählung steht die Freude des Wiederfindens. Für Jesus ist das eine himmlische Freude.

Nach drei Tagen haben Maria und Josef Jesus im Tempel gefunden. Auch der Gekreuzigte wurde nach drei Tagen gefunden. Aber nicht im Grab, sondern als Lebender an der Seite Gottes, des Vaters. Den Auferstandenen kann finden, wer ihn sucht. Aber nicht am falschen Ort. Nicht in den Gräbern der Erinnerung ist Jesus zu finden. Sein Da-Sein für uns ist lebendige Gegenwart. Herbert Meßner

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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