Weltkirche
Das letzte Dorf

Blick auf Taybeh. Gemäß der Bibel soll sich Jesus vor seiner Passion dorthin zurückgezogen haben. Heute ist das Dorf der einzige fast komplett christliche Ort im Heiligen Land. Das Foto vom 14. Juli 2025 zeigt im Vordergrund Spuren eines Angriffs durch radikale SiedlerInnen – Taybeh ist umgeben von israelischen Siedlungen und Militärbasen. | Foto: Andrea Krogmann/KNA
  • Blick auf Taybeh. Gemäß der Bibel soll sich Jesus vor seiner Passion dorthin zurückgezogen haben. Heute ist das Dorf der einzige fast komplett christliche Ort im Heiligen Land. Das Foto vom 14. Juli 2025 zeigt im Vordergrund Spuren eines Angriffs durch radikale SiedlerInnen – Taybeh ist umgeben von israelischen Siedlungen und Militärbasen.
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Westjordanland. Die christliche Bevölkerung von Taybeh fordert internationale Hilfe gegen Siedlergewalt.

Wir brauchen eure moralische, physische und diplomatische Unterstützung gegen die israelische Besatzung und die Gewalt extremistischer israelischer Siedler.“ Diesen Hilferuf richteten Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Dorf Taybeh (Taibeh) am 18. Jänner an eine Gruppe von zwölf Bischöfen aus Europa, Kanada und den USA. Die aktiven und emeritierten Geistlichen waren ins Westjordanland gekommen, um Solidarität mit den Menschen im von Israel besetzten Palästinensergebiet zu bekunden.

Verschärfung der Lage. Der Besuch in Taybeh sei wichtig, um in den jeweiligen Ländern mehr Öffentlichkeit und Bewusstsein für die schwierige Lage in den palästinensischen Gebieten zu schaffen, sagte der deutsche Vertreter, der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz, am 19. Jänner gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Im Schatten des Gazakrieges habe sich die Situation im Westjordanland „durch Bedrängnis und Angriffe durch radikale israelische Siedler“ zugespitzt – nicht nur in Taybeh, sondern auch in vielen muslimischen Dörfern in der Umgebung. Bentz, der das christliche Dorf jetzt innerhalb eines Jahres zum dritten Mal besuchte, zeigte sich entsetzt von der Verschärfung der Lage, aber auch beeindruckt von dem Engagement, mit dem versucht werde, „die christliche Präsenz stark zu halten“.

Die anhaltende Abwanderung benannten Taybehs christliche BewohnerInnen gegenüber den Bischöfen als Hauptsorge. Diese Entwicklung werde verstärkt durch die israelische Besatzung, die schwierige Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit sowie durch die instabile politische Lage. „Ihr müsst handeln. Ihr müsst alle eure Kanäle dazu nutzen, mehr Druck auf Israel auszuüben, damit diese Situation aufhört“, forderten Gemeindemitglieder. Gegenwärtig leben in Taybeh nach Angaben des Pfarrers Baschar Fawadleh weniger als 1200 Menschen. Die Kirche engagiere sich durch die Schaffung von Arbeitsplätzen oder den Bau von Wohnraum für den Erhalt der christlichen Präsenz in dem Dorf.

Im Auftrag des Heiligen Stuhls und auf Einladung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes finden Solidaritätsbesuche seit 1998 statt. Vor ihrer Rückreise am 21. Jänner trafen die Bischöfe auch den emeritierten Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah. Er rief Israel zu einer neuen Haltung im Nahostkonflikt auf und äußerte scharfe Kritik an der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen. „Palästinenser haben zwei Möglichkeiten: wegzugehen oder getötet zu werden“, so der 92-Jährige. Israel sei es nicht gelungen, Frieden und Sicherheit zu erreichen – dies sei nur möglich über die Anerkennung der Rechte der PalästinenserInnen.

Quellen: Kathpress, Vaticannews

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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