6. Sonntag der Osterzeit | 10. Mai 2026
Meditation
- Foto: pexels / Ernesto Alejandro Pérez
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Unter seinen Flügeln
Seit Kurzem haben wir zuhause Hühner. Und ich staune immer wieder über diese gefiederten Zweifüßer. Sie leben in einem festen Rhythmus, folgen den Jahreszeiten und gehen zuverlässig auf die Stange, sobald es dunkel wird. Tagsüber scharren sie durch die Wiese, halten das Gras kurz – und als Tüpfelchen auf dem i schenken sie uns jeden Tag frische Eier. Es ist eine Freude, ihnen zuzusehen.
Vielleicht hat mich gerade deshalb ein Bibelvers besonders berührt, über den ich vor kurzem gestolpert bin: Matthäus 23,37. Dort vergleicht Jesus sich mit einer Henne, die ihre Küken unter ihren Flügeln sammeln möchte. Dieses Bild ist nicht neu – schon im Alten Testament wird Gott so beschrieben: als der, der seine Menschen wie junge Vögel schützt und birgt (vgl. Psalm 17,8).
Jesus greift dieses Bild auf, um zu zeigen, was er seinem Volk schenken möchte: Schutz, Geborgenheit, Nahrung, Gemeinschaft. Er wollte es in Sicherheit bringen und ihm seine Liebe zeigen. Denn er wusste, wie verletzlich wir Menschen sind – und wie sehr wir seine Flügel brauchen. Wie Küken, die ohne die Wärme und Wachsamkeit der Mutter keine Chance hätten gegen das, was ihnen schaden könnte.
Vor Kurzem hörte ich die Geschichte von einem schweren Waldbrand. Als die Feuerwehrleute später durch die verkohlte Landschaft gingen, stießen sie auf den verbrannten Körper einer Henne. Einer der Männer berührte sie mit dem Fuß – und zu seiner Überraschung liefen drei kleine Küken unter ihren Flügeln hervor, lebendig und unversehrt. Die Mutterhenne hatte ihre Jungen unter sich gesammelt und war geblieben, als die Flammen kamen und hatte so ihr Leben für sie gegeben.
Doch eines gehört zu diesem Bild dazu: Die Küken sind nur dort geschützt, wo sie sich unter die Flügel der Henne flüchten und ihrem Ruf vertrauen. Ich möchte mich wieder neu unter Gottes Flügel wagen. In seiner Liebe begegnen uns sowohl die väterliche Fürsorge als auch die schützende Wärme und Nähe einer Mutter. Unter seinen Flügeln finden wir den Schutz, den unser Herz braucht.
Wo öffnest du dein Herz für den Schutz und die Liebe, die Jesus dir anbietet?
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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