Vatikan
Bei Maria geborgen
- Über 250.000 Menschen versammelten sich am 26. April in Rom, um sich von Papst Franziskus zu verabschieden. Das Begräbnis startete auf dem Petersplatz mit einem schlichten feierlichen Gottesdienst. Danach wurde der Sarg zur Beisetzung in die Basilika Santa Maria Maggiore gebracht.
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Das Begräbnis von Papst Franziskus beeindruckte in Schlichtheit, mit Menschenmassen und einer emotionalen Predigt.
Auf diesem majestätischen Petersplatz, auf dem Papst Franziskus viele Male die Eucharistie gefeiert und im Lauf dieser 12 Jahre vielen großen Versammlungen vorgestanden hat, sind wir nun traurigen Herzens im Gebet um seine sterblichen Überreste versammelt“, begann Kardinal Giovanni Battista Re seine Predigt bei den Begräbnisfeierlichkeiten von Papst Franziskus am Samstag, 26. April. Der Dekan des Kardinalskollegiums leitete die Beisetzung, die dem Willen des Papstes entsprechend schlicht sein sollte.
Als ein Papst mitten unter den Menschen, würdigte Kardinal Re den Verstorbenen. Gerne nahm Franziskus ein Bad in der Menge, schüttelte Hände, segnete Kinder und umarmte Menschen. Auch auf seinem letzten irdischen Weg begleiteten ihn Massen. Über 250.000 Menschen waren am und um den Petersplatz versammelt – darunter politische VertreterInnen und gekrönte Häupter aus mehr als 150 Staaten und rund 4500 MedienvertreterInnen.
Seinen letzten Willen erfüllt. In seinem Testament hatte Franziskus Anweisungen für sein Begräbnis aufgeschrieben. Als Ort seines Grabes nannte er eine Nische im Seitenschiff der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore – ganz nahe bei der Marien-Ikone „Salus Populi Romani“ („Heil des römischen Volkes“), wo er vor jeder Reise betete. „Das Grabmal muss in der Erde sein, schlicht, ohne besondere Verzierungen und mit der einzigen Inschrift: Franciscus“, schrieb der Papst fest. Und seinen Wünschen ist man nachgekommen. Nach der Feier am Petersplatz wurde der schlichte Sarg aus Zypressenholz in einem offenen Papamobil unter Applaus der tausenden Menschen, die die rund sechs Kilometer lange Strecke quer durch die römische Innenstadt säumten, zur Marienbasilika gebracht.
Eine ausgewählte Gruppe von Armutsbetroffenen, Geflüchteten, Transpersonen, Opfern von Menschenhandel und VertreterInnen aus der Volksgruppe der Roma nahm den Sarg dort in Empfang. Vor seiner Lieblingsikone verweilten die Sargträger kurz, bevor die sterblichen Überreste des „Papstes vom anderen Ende der Welt“ zur letzten Ruhe gebettet wurden – geborgen in diesem alten marianischen Heiligtum.
Fürsprecher im Himmel. „Papst Franziskus pflegte Ansprachen und persönliche Begegnungen mit den Worten zu beenden: ‚Vergesst nicht, für mich zu beten!‘“, erinnerte Kardinal Giovanni Battista Re am Ende seiner Predigt und schloss mit folgender Bitte: „Lieber Papst Franziskus, nun bitten wir dich, für uns zu beten und vom Himmel aus die Kirche, Rom und die ganze Welt zu segnen, so wie du es noch letzten Sonntag (dem Ostersonntag) vom Balkon dieser Basilika aus getan hast.“ Wir dürften darauf vertrauen, „dass wir im Himmel jetzt einen neuen Fürsprecher haben“, so Bischof Wilhelm Krautwaschl, der das Begräbnis in Rom mitgefeiert hat.
Katharina Grager
Politisches am Rande
Vor dem Papst-Requiem trafen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump im Petersdom kurz zu einem Gespräch zusammen. Selenskyj nannte es später „ein gutes Treffen“.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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