Kirche Steiermark
Balanceakt

Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
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Klimawandel. CO₂-Zertifikate als Geschäftsmodell.

Es wird viel über gute Geschäfte mit Klimazertifikaten gesprochen, manchmal ist sogar von einem neuen „Ablasshandel“ die Rede. Was davon sind seriöse Geschäftsmodelle? Was genau sind Verschmutzungsrechte? Welche Rolle spielen die Banken bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft?

Diese und andere Fragen standen beim vierten und letzten Teil der Diskussionsveranstaltung „Balanceakt CO₂ – Fürchtet euch nicht!“ am 28. April im Minoritenzentrum in Graz zur Debatte. Nach der Eröffnung durch Weihbischof Johannes Freitag gaben Franz Prettenthaler (Joanneum Research Life) und Josef-Peter Schöggl (Universität Graz) den rund 90 ZuhörerInnen einen Überblick über die Thematik aus volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht.

Prettenthaler betonte, dass jede Aktivität einen CO₂‑Fußabdruck hinterlasse und Einsparungen dort beginnen sollten, wo sie am günstigsten sind. Der EU‑Zertifikate-Markt setze durch steigende Preise Anreize für weitere Maßnahmen wie CO₂‑Speicherung. Schöggl hob hervor, dass der Klimawandel nur eines von vielen ökologischen und sozialen Problemen sei, die unsere heutigen Konsum- und Produktionsmuster versursachen würden. Umfassende Veränderungen seien nötig. Freiwillige Zertifikate hätten dabei nur ergänzende Bedeutung.
Veronika Kulmer und Elisabeth Dobler (Raiffeisen-Landesbank Steiermark) erläuterten, dass Banken durch den EU‑Green‑Deal zentrale Akteure der Dekarbonisierung geworden seien. Nachhaltigkeitskriterien beeinflussen zunehmend Finanzierungen, und Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien seien Grundlage für Entscheidungen.

Vincenz Fürstenberg (ESC Climate Solutions) präsentierte das Projekt „ECS Klimawald“, das durch gezielten Waldumbau mehr CO₂ bindet und Forstbetrieben zusätzliche Einnahmen verschafft.
Sigrun Zwanzger (Welthaus Graz-Seckau) zeigte anhand eines Soil‑Carbon‑Projekts in Tansania Risiken freiwilliger Zertifikate auf: zweifelhafte Klimawirkung, Macht-asymmetrien und Gefährdung indigener Landrechte. Sie forderte klare Regeln und stärkere Emissionsreduktionen in Europa.

Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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